Deutsche Meisterschaft 2010 Leipzig

Dass Marvin so kurzfristig noch zur DJM eingeladen wurde war ja schon irgendwie ein Knaller, dass sich unbemerkt eine ganze Portion Pech mit ins Reisegepäck geschmuggelt hatte eher weniger...

Marvin ist ja dafür bekannt eher wenig Worte zu machen. Um so trockener fallen diese dafür bisweilen aus. So bekamen Interessierte nach unserer Rückkehr auch eine schlichte aber auch treffende Antwort: "Und, wie wars in Leipzig, Marvin?" - "Ja, bis aufs Klettern super! :-)".
Wahre Grösse zeigt sich beim Umgang mit Niederlagen...

Vielleicht muss da an dieser Stelle auch gar nicht viel mehr erzählt werden. Ein bisschen zu viel Aufregung, eine kleine Unkonzentriertheit, ein rutschender Fuss... - manchmal ists halt rum, bevor man den Deckel seiner persönlichen Trickkiste überhaupt aufklappen kann.

Da aber eine DM einfach immer wieder DAS nationale Grossereignis ist, war es einfach eine tolle Sache dabei gewesen zu sein. Für Marvin ein wichtiges und motivierendes Erlebnis und für uns alle der Abschluss seiner richtig ernsthaften nationalen Wettkampfsaison, bei der sowieso eher mehr erreicht werden konnte als wir anfangs erwartet hätten.

Nachdem jetzt auch erstmal der Winter mit Wasserfalleis, Schnee und türkischen Sinterfahnen zu seinem Recht kommen muss, gehts dann direkt wieder weiter.
Auch 2011 werden wir wieder ganz gross angreifen...

DJJC III-2010 Balingen

Das Finale der Jugend- und Juniorencup-Serie war diesmal irgendwie was Besonderes. Lucas und Marvin waren konsequent bei jedem der Wettkämpfe am Start und noch nie wurde bei uns so zielorientiert trainiert...

Anfangs wars ja eigentlich wie immer: Auf der Fahrt noch ein bischen Taktik besprechen und Regelfinessen erklären, irgendwann abends an der Location ankommen, erstes Händeschütteln, Orientieren und dann voller Einstieg in die vorbereitenden Arbeiten. Briefings, Sicherheitscheck, Diskussionen mit Routenbauern und Ausrichtern, Topos, Papierkram...

Die Jungs durften mal wieder nicht in die Halle. Die Finalrouten waren noch nicht fertig abgehängt. Die erste Chance mal die Wand zu sehen dann doch erst direkt vor dem Start morgen früh. Also Rucksack aus dem Auto und die knappen 3km zum Hotel zu Fuss gehen. Netter Weise waren die da so flexibel und öffneten das Doppelzimmer auch für drei Personen. Da kommt Jakob aus Weinheim gleich mit unter und für alle wirds bezahlbar. Irgendwie halt doch besser, als ein Kaltstart aus dem Stadtparkbiwak - hatten wir ja alles schon...

Am Morgen alles routiniert und pünktlich. Die Qualirouten sind vorwiegend sehr flach und nicht all zu lang. Nicht grade das was wir zuletzt am Plastik trainiert hatten, aber duch das viele Felsklettern im Sommer vielleicht dann doch auch grade ne Chance für Lucas und Marvin. Die zwei Trudeln ein und ich muss umschalten auf Schirimodus - wenigstens äusserlich. Die letzten Tipps gab es gestern...

Bei Lucas läufts gut, die Höhen passen. Beide Male ist wegen relativ simpelen Fehlern schluss, die werden sich relativ leicht bearbeiten lassen. Immer gut, wenn das Potential sich nicht versteckt!
Am Ende als 14. wieder drei Plätze weiter vorn als in Würzburg und damit 15. im Gesammtcup. War eine tolle Saison - jedes mal ein Stück cooler, jedes mal ein Stück besser. Ich glaube das geht nächstes Jahr erst richtig los...

Manchmal ists ja so, dass ich bei Wettkampfjobs viel erlebe, und am Tag danach dann vor lauter Reizüberflutung nicht mehr weiss wer eigentlich gewonnen hat. Diesmal habe ich einen relativ lockeren Job und habe richtig Zeit um nach Marvin zu schauen. Sogar soviel Zeit, dass fast sowas wie Aufregung in mir hochkommt. In jedem Fall fiebere ich ordentlich mit, beobachte die Ergebnisse der Anderen, und rechne alle möglichen Szenarien durch...

Und dann klettertert Marvin die erste Quali top! SENSATION!
Das gabs noch nie für einen Darmstädter bei einem Deutschlandcup. Damit war alles offen, alles möglich. Viermal in Folge war Marvin bei einem DJJC neunter geworden. Sollte dieses Abo heute endlich auslaufen und mehr drin sein...?

Es war mehr drin! Der Erfolg in der ersten Rote gab den nötigen Zusatzschub für die zweite - Marvin als 6. im Finale! Der Oberhammer! Das dann keine Verbesserung mehr zu realisieren war, war da erstmal kaum von Bedeutung. Ein Riesenerfolg!

Éin paar Klicks, und die Ergebnissoftware spukte Marvin zudem auch als 6. in der Gesammtabrechnung aus - das hiess DM-Qualifikation. Wäre es möglich gewesen, so hätten wir Sektkorken oder andere Dinge knallen lassen. So stiegen die beiden Jungs einfach nur begeistert in irgend ein Auto, fuhren Richtung nach Hause und träumten schonmal von Leipzig.

Nun kann es ja passieren, dass man im Freudentaumel den scharfen Blick verliert:
Erst während der noch laufenden Siegerehrung wurde uns in der Jury klar, dass das Ergebnisprogramm das dieses Jahr für die Junioren geltende Streichresultat nicht verarbeiten konnte. Hecktisch rechneten wir händisch nach, die Ränge rutschten hin und her und mir das Herz in die Hose - Marvin 9. (na klar) - aus der Traum von der DM...

Mit einem mittleren Kloss im Hals informierte ich per Telefon die beiden Reisenden. Saublöd!
Wie locker Marvin das "Naja, passt schon" in dem Moment wirklich über die Lippen ging weiss ich nicht, aber nüchtern betrachtet gabs ja eigentlich alles andere als Grund für schlechte Stimmung. Das war einfach ein super Lauf in Balingen!

Und nicht selten wendet sich am Ende ja sowieso alles zum Guten - am ehesten dann, wenn man am wenigsten dran glaubt:
Fünf Tage vor der DM erfahren wir, dass sich einer der Süddeutschen Junioren verletzt hat. Was keinem zu wünschen ist, bedeutet für Marvin die grosse Chance. Wir fahren nach Leipzig...!!!

 

Cup-Ergebnisse von Lucas
Cup-Ergebnisse von Marvin

DSC/DJJC II-2010 Würzburg

Auf dem Weg zum Schleier-Wasserfall hielten Lucas und Marvin mal eben in Würzburg an, um gemeinsam mit Simone ihren Teil an einem grossen Spektakel zu leisten. Hier ihr Bericht...

Es ist Samstag früh und wir treffen uns in der Kletterhalle in Würzburg. Heute sind Simone und Marvin dran. In der ersten Qualiroute läuft es für Simone richtig gut. Sie kämpft sich eine knifflige Anfangspassage hoch, bei der ein ausgeprägter Gleichgewichtssinn und der Mut Hooks zu setzen gefragt sind. An einer schlechten Leiste am Ende des ersten Drittels der Route ist für sie dann aber Schluss.

Marvin erwischt einen noch besseren Go, das erste Drittel an kleinen Griffen läuft sehr flüssig, er nutzt die seitliche Kante der Wand sehr geschickt, auch der anschließende Zug an die Dachkante und ein weites Ausspreizein der Füße gelingen. Leider erwischt er im Dach ein Zweifingerloch nicht richtig und stürtzt im oberen Drittel der Route.
In der zweiten Qualiroute läuft es für Simone leider nicht so gut, sie rutscht am Startgriff unglücklich ab und kann so den guten 1. Go nicht weiter fortsetzen. Marvin klettert in der 2. Qualiroute konzentriert bis zur Hälfte, am Dach verlassen ihn aber leider die Kräfte.

Sonntag - Heute geht Lucas bei der Jugend B an den Start. Den unteren Teil der ersten Qualiroute klettert er konzentriert und sauber, auch das Dach überwindet er geschickt und findet den Ruhepunkt sofort und kann diesen optimal ausnutzen. Leider trifft er den Sloper, den Zielgriff einen Dynamos, nur schlecht und kann diesen so nicht halten. In der zweiten Route endet der Versuch unerwartet bei einem Hook, der abrutschte nachdem Lucas souverän bis zu dieser Stelle geklettert war.
Trotzdem sind wir uns am Ende einig. Ein super Wettkampf.

Was heisst da "trotzdem"!?
Bei Simone wurde deutlich, dass - trotz Megapech in der zweiten Route - ab und an mal etwas Wettkampfatmosphäre ein guter Katalysator für einen wesentlich mutigeren Kletterstil ist. Lucas steigerte sich gegenüber Heilbronn sowieso nochmal ordentlich und Marvin ist schlichtweg grade die Konstanz in Person!

Mit drei neunten Plätzen in Folge kletterte er nicht nur regelmässig in die Junioren-Top-Ten, sondern schob sich damit in der Cupwertung aktuell auf den 8. Platz. Und das wäre das Ticket zur DM...!!!

Da wir traditionsgemäss nie den Tag vor dem Abend loben, warten wir aber ab, wie der letzte Cup in Balingen über die Bühne geht - schliesslich ist noch alles offen und die Leistungsdichte bei der Konkurrenz unglaublich hoch.

Am Ende sei noch beiläufig erwähnt, dass dann im Nachgang am Schleier nicht nur im frischen Schnee gestapft, sondern auch noch standesgemäss ganz hart gerockt wurde - sehr löblich...


Vollständige Ergebnisse

DJJC I-2010 Heilbronn

Zu fünft waren wir beim ersten DJJC der Saison in Heilbronn. Marvin und Lucas gaben alles. Ruth schonte ihre Kniescheibe und schrieb einen Bericht...

"Also ich mag die ja nicht, diese Klettershirts... da sieht man gleich so aus wie 'n Muskeltier", höre ich es neben mir. Ja, ein bischen gebe ich Recht: Beim Weiterziehen kommt jeder einzelne Muskelstrang zum Vorschein.

Die Routen sind schwer hier in Heilbronn. Von "8+ bis 10" ist für jeden etwas dabei. Zuschauen muss sich aber auch lohnen, nachdem wir schon in der Morgendämmerung losfahren mussten. Lucas und Marvin sind am Start.

Marvin ist als erster Starter in der Quali der Junioren dran. Keine wirklich günstige Ausgangslage. Hochkonzentriert setzt er seine Fußspitze auf die Unebenheiten in der Wandstruktur und ja, der Plan geht auf. Trotzdem ist es kurz danach vorbei, Nervosität, Konzentrationsverlust und Marvin bekommt das Loch nicht mehr gehalten.
Lucas ist anschließend bei der Jugend-B ziemlich gut dabei. Die ersten Schlüsselstellen werden gemeistert. Erst in der zweiten Routenhälfte wird die Schwerkraft bemerkbar und Lukas bringt die nötige Spannung nicht mehr auf.

Die Halle erstreckt sich bis auf gut 18 Meter Höhe, weshalb viele in der flachen Wand fast die maximale Kletterzeit erreichen. In der zweiten Quali ist es für Lucas leider schon wesentlich früher aus.
Marvin dagegen zeigt sich in Hochform, zieht immer höher bis, ja bis fast ans Top. Die fünft höchste Wertung in dieser Route. Auch wenns Insgesamt nicht ganz fürs Finale gereicht (Platz 9) hat, das Potential ist definitiv da!.
Lucas hat seine Erwartungen mit dem 20. Platz ohnehin voll erfüllt und seine Begeisterung nach der ersten Teilnahme an einem Deutschlandcup ist grösser denn je. Die Meldungen für die nächsten Wettkämpfe der Serie sind bereits raus... 

Ein langer und spannender Tag - auch für die Kurz-Invaliden Simon und mich, die kräftig anfeueren, unterstützen, filmen und auch mitfiebern durften.

 

Vollständige Ergebnisse

Der Wettkampf im web-TV

Offene Rheinland-Pfalz Meisterschaften 2010

Ganz auf eigene Faust und nur mit telefonischer Unterstützung fuhr Lucas nach Frankenthal und kletterte trotz Taktikfehler im Finale der B-Jugend auf den 6. Platz.
Hier sein Kurzbericht...

06:30, Aufstehen ist angesagt. Nachdem die Sachen gepackt sind geht’s mit dem Auto nach Frankenthal. Ich bin zwar diesmal der einzige Starter aus Darmstadt, treffe aber sofort ein paar andere Freunde, die ich auf der letzten Hessenmeisterschaft kennengelernt habe. Zusammen ist die Isolation viel entspannter und auch beim Routenauschecken zu zweit hat man Vorteile.

Die Quali läuft eigentlich ganz gut, in der ersten Route geht’s etwa bis kurz unter die Hälfte, danach sind meine Arme zu. Den Anfang bin ich extrem vorsichtig und langsam geklettert, deswegen fehlt mir anschließend die Kraft. Die zweite Route im weniger steilen Wandteil kann ich sogar topen. Bis kurz vor Ende klettert man eigentlich relativ entspannt, die letzten 2 Meter hauen dann aber richtig rein.

Nach der Quali stehe ich auf dem dritten Rang und gehe nach einer kleinen Mittagspause entspannt in die Iso.

Zur Besichtigung der Finalroute bin ich aber schon wieder ziemlich aufgeregt. Im unteren Teil, bei etwa 6 Metern, überlegen mein Freund und ich uns einen Bewegungsablauf der sich im nachhinen als falsch herraus stellen sollte. An dieser ersten schweren Kletterstelle fallen wir beide später dann auch, ohne einen Plan B gehabt zu haben. Ärgerlich ist es im ersten Moment zwar schon, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden.

Mal schauen, was auf dem nächsten Wettkampf, dem Jugendcup in Heilbronn, so alles geht.


Vollständige Ergebnisse

Plastikpause

Im Sommer wird für gewöhnlich die Ernte eingefahren. Nicht anders ist das bei uns.
Nach dem ersten richtigen Trainingswinter in der eigenen Halle fallen die Projekte wie Strandhäuser in Florida beim Besuch von Katrina...

Irgendwann ist es mal gut mit dem Plastik. Mit den länger werdenden Tagen war klar, dass die regelmässigen Trainingstermine in der Halle nur noch eine Schlechtwetteralternative sein können.
Mehr und mehr verlegten wir die Aktionen nach draussen, bzw. passten die Dinge den Möglichkeiten an. Wer nachmittags nicht mit konnte, arbeitete abends in Darmstadt weiter an seinen "Aufträgen", und wer am Fels war gab sowieso alles.

Marvin kratzt dabei immer wieder am unteren zehnten Grad, Ruth wird in den Achtern immer geschmeidiger, Simone findet mehr und mehr Konstanz und Caro sorgte schon frühzeitig für hochalpine Erfolge im Montblanc-Granit.

Immer öfter waren zudem Lucas und Christian mit von der Partie. Der Eine fast zwei Köpfe grösser als der Andere, aber beide an den gleichen Projekten und mit den gleichen Erfolgen. Ein weiterer Beweis, dass das weit verbreitete Gerede über angebliche Grössenprobleme nix weiter als billiges Gejammer ist.
Wer hoch kommt hat recht...

In Heubach gehen Marvin inzwischen langsam aber sicher die Aufgaben aus, während Lucas zum König ohne Nerven wird und Ruth, die inzwischen auch Damokles besiegt hat, sich dringend mal nach dem + umschauen muss.
Caro schonte derweil ihre beleidigte Achillessehne, stellte Prusik-Rekorde auf und sorgt für gute Perspektiven...

Und grade eben sind so ziemlich alle irgendwo zwischen Pfalz und Südfrankreich unterwegs und sammeln Erfolge und Erfahrungen.
Ich bin gespannt auf die Bilanz...

 

Offene Hessenmeisterschaften 2010

Die eigenen fünf Wände sorgten für Wohlfühlathmosphäre in der sich 19 darmstädter Kletterer einem spannenden Vergleich stellten. Noch nie hatten wir so viele begeisterte am Start - die Spitze wird breiter!

"Wie schwer sind denn da die Routen?" wurde ich in den Tagen vor der Hessenmeisterschaft gefühlte 395 mal gefragt. Mindestens so oft habe ich versucht zu erklären, dass es darum eigentlich garnicht geht...

Fangen wir bei den ganz jungen Jungen an: Für Björn war das ganze sicherlich ein grosses Abenteuer zwischen begeisterter Freude und selbstgemachtem Druck. Seine aufrechte Entscheidung auf die Finalteilnahme zu verzichten war da sicher keine leichte, aber dafür um so mutiger. Wir sind gepannt wie sich das entwickelt.
Einen lockeren Ausgleich an Gelassenheit schaffte Lucas, der bereits nach der Qualifikation mit breitem Grinsen realisierte, dass ihm der hessische Vizetitel in der Jugend-A nicht mehr zu nehmen war. Bei soviel Motivation geht künftig noch einiges – soviel steht fest.

Bei den Herren ging die Strategie mit Masse und Klasse gleichzeitig aufzutrumpfen vollkommen auf. Eine mittelgrosse Sensation war hier sicherlich der Auftritt von Paul. Dass bei einer ernsthaften Landesmeisterschaft der 2. Vorsitzende der Ausrichtersektion mit am Start ist anstatt, wie anderswo üblich, lediglich das sprechen warmer Worte zu übernehmen, ist sicher einmalig. Sich dann noch bei so einem späten Wettkampfdebüt im Mittelfeld der Endabrechnung festzusetzen, kann sich da auch allemal sehen lassen. Einzig die Frage was noch alles drin gewesen wäre, hätte er nur auf das Mitführen seines Kurzprusiks am Gurt verzichtet, kann wohl erst beim nächsten mal geklärt werden...
Weiterhin waren mit Gabriel, Christian, Benjamin, Sven, Tomo und Julian einige Neue dabei, die teils mit einer gewissen Skepsis angetreten waren, denen aber am Ende der Spass im Gesicht geschrieben stand. Lukas und Tim waren sowieso schon seit letztem Jahr angefixt und wussten auch, um die stärke der Konkurrenz. Platzierungen interessierten hier wenig, entscheidend war der ganz persönliche Erfolg – so soll das sein!
Mit grosser Spannung schauten viele auf Fabian und Marvin. Irgendwie vergleichbar gut, aber doch komplett anders im Stil. Das Ergebnis dann auch kaum unterscheidbar – Fabian lediglich mit einer Drittelwertung vorn. Dass das diesmal – bei einer offenen Meisterschaft - nicht reichen würde den Titel mitzunehmen war wohl vorhersehbar. Dass sich die beiden aber im Finale dennoch weiter richtung Spitze schieben konnten, war so um so erfreulicher und das Endergebnis dritter und vierter Platz (bzw. 2./3. bei der Hessenwertung) eine riesen Sache!

Bei den Mädels holte sich dann eine Lorbeeren ab, von der man es nicht unbedingt erwartet hätte. In verschiedenen Jugendgruppen aktiv, erst seit kurzer Zeit ab und an mal beim „richtigen trainieren“ dabei und jetzt auf ihrem ersten Wettkampf, stand sie nach der Qualifikation und mit einer tollen Show in den eher flacheren Routen sogar zwischenzeitlich auf dem dritten Gesammtrang. Dass im steileren Finale ein erst spät erkannter Clip zu unnötigem Kraftverlust führte ist da am Ende doch belanglos – Linda ist Hessenmeisterin der Jugend-C! Und das ist erst der Anfang...
Bei der Jugend B roch Pia zum ersten mal an der interessanten Wettkampfwelt. Diesmal waren die anderen noch besser. Diesmal...

Ganz spannend war es dann auch bei unseren "Damen". Im Training der letzten Monate lagen Caro, Isa und Ruth eigentlich immer fast gleich auf - alle mit komplett unterschiedlichen Stärken und Schwächen - Simone ganz gelassen immer ein Stückchen dahinter und ab und an etwas von hemmender Sturzangst geplagt. Als wären das die ganze Zeit nur taktische Spielchen gewesen, legte sie plötzlich in der zweiten Quali los und kletterte zwar langsam wie üblich, aber stark wie nie an den anderen dreien vorbei. Möglicher weise ein in Dornbirn eingefangener Motivations-Virus...? Hoffen wir das hält an. Am Ende lag dann dennoch Ruth im freundschaftlichen teaminternen Vergleich vorn, da sie die einzige war, die in der ersten Runde den Zug übers grüne Volume knacken konnte - ein Fall von Boulderstärke.

Und wie schwer waren denn da jetzt eigentlich die Routen? In jedem fall ganz schön schwer, aber ich glaube mindestens 19 Darmstädter wissen inzwischen, dass es darum eigentlich garnicht geht...

Vollständige Ergebnisse

Fotogalerie

Dreiländercup Dornbirn 2010

Zum Saisonbeginn gleich mal was ganz neues. Marvin und Simone kletterten am Bodensee erstmals gegen eine namhafte internationale Konkurrenz.
Ein Kurzbericht von Marvin...

1000 km fahren nur um 2 Routen zu klettern ? Man muss schon verrückt sein,... oder eben Wettkampfkletterer!
So fuhren wir am Freitag nach Dornbirn, der Location des Bodenseecups 2010, einem 3-Ländercup mit Kletterern aus Österreich, der Schweiz und Deutschland und damit zugleich die erste Möglichkeit zum Sammeln von Deutschlandcup-Punkten.
Angekommen und noch schnell nen paar Kohlenhydrate reingeschoben, stellen wir das Auto direkt neben der Halle ab, um ja nicht mehr als 10 Meter zu Fuß laufen zu müssen (typisch) und bezogen unser mobiles Hotelzimmer (untypisch). Trotzdem danke Felix.

Registration, Orientierung, Aufwärmen und Zeitverzögerung wie gewohnt, nur die Video-Routendemonstration war neu. Damit wollten die Österreicher wohl den technischen State of the Art präsentieren, wobei ihnen wohl High Quality noch nicht, und Schnitttechnik nur teilweise bekannt war. Kurzum, man konnte nicht viel erkennen.
Macht aber nichts. Aufgrund unserer Startposition konnten wir beide noch einige Demos und viele Demoversuche live anschauen.

Was ging nun eigentlich ?
Weiter als gedacht kam Marvin in der ersten der beiden Qualirouten und platzierte sich damit wider erwarten in der ersten Hälfte des Starterfeldes.
Bei der zweiten Route liefs dann leider nicht ganz so gut, trotzdem reichte es am Ende für einen guten Platz im in der Mitte der 71 gestarteten Herren, was einem 9. Rang in der deutschen Juniorenwertung entspricht. Wichtige Punkte für eine durchaus denkbare DM-Qualifikation.
Bei Simone war´s in der ersten Route leider ziemlich schnell zu Ende, dafür ging in der zweiten aber umso mehr. Erst mit einer der Schlüsselstellen musste sie sich nach unten verabschieden.

Fazit: Super Wettkampf mit internationalem Flair.
1000 km für 2 Routen? - Aber Hallo!

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