Deutsche Meisterschaft 2009

Das Highlight der Saison, ein riesen Event.
Caro spielte mit und alle Anderen machten's möglich...

Eine DM ist einfach was anderes. Auf einmal ist alles eine ganze Nummer wichtiger. Sogar man selbst. Plötzlich gibt es Pressetermine, Reporterfragen Interviews und Zeitungsartikel. Eine Herausforderung sich gut zu verkaufen ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.
Und gleichzeitig ist klar, dass man hier gemeinsam mit Welt- und Europameistern an den Start geht! Wie relativ doch alles ist...

Als es dann soweit war, machte Caro das beste aus ihren Chancen. Sie konnte eine erste schwerere Passage flüssig und entschlossen knacken, biss sich durch einen Boulderzug, der eigentlich so garnicht nach ihrem Geschmack war und fiel erst bei einem nicht ganz sauberen Fusswechsel danach. Kurz vor der Kraft war hier die Konzentration verbraucht...

Natürlich waren am Ende die Besseren besser und die Europameisterinnen europameisterlich. Aber die erreichte Höhe war durchaus brauchbar. Schade, dass eine der qualifizierten Juniorinnen gar nicht erst angetreten war - das hätte nochmal ein spannender Vergleich werden können...

Der Rest vom Team arbeitete währed dessen unermüdlich hinter oder zwischen den Kulissen um das ganze Spektakel vorzubereiten, möglich zu machen und am laufen zu halten.
Die einen reinigten vorher etwa 46 millionen Griffe, die anderen bauten auf, ab und um, bewachten Isolierte oder packten spontan immer da an wos nötig war. Marvin, Simone, Fabian und Ruth sicherten zwei volle Tage lang auf wirklich vorbildlichem Niveau - supergut!

Nach diesem Höhepunkt brauchten verschiedene Dinge ein paar Tage Zeit.
Caro musste nach der Intensiven Vorbereitungsphase einfach mal etwas Pause machen. Marvin musste wieder belastbar werden, nachdem sicher war, dass sich hinter seiner schmerzenden Schulter zum Glück keine schwerwiegendere Verletzung verbarg. Und ich musste es schaffen allen klar zu machen, dass der Plan die Finger von den vielen lockenden neuen Routen in der Halle zu lassen, um statt dessen jetzt die grosse Boulderpowerphase einzuläuten, ein guter ist.
Inzwischen sind diese Dinge erledigt...

Da ist mal so richtig was gegangen 2009!
 

Weitere Berichte, alle Medienlinks und die Vollständigen Ergebnisse gibts auf der Extraseite zur DM 2009

Hessische Meisterschaften 2009

Ende Oktober waren wir das zweitgrösste Team bei den Hessischen Meisterschaften in Wetzlar und brachten gleich zwei Titel mit nach Hause. Ein Bericht von Simone...

Samstag, 06:30 Uhr. Wer ist denn am Wochenende zu so einer Zeit freiwillig auf?

Neun hochmotivierte Darmstädter Kletterer die bei den Hessischen Meisterschaften im Sportklettern, in Wetzlar starten wollen, ein kleiner Teil des Vorstands, ein Fotograph und Hannes als Trainer.

Wie ist es denn gelaufen?

Super, können wir sagen!
In der Qualifikation konnten einige der klasse geschraubten Routen von ein paar Darmstädter Startern bis zum letzten Griff geklettert werden. Sieben von uns schafften den Sprung ins Finale der jeweils besten Sechs.

Auch hier hatten die Routenbauer eine saubere Arbeit geleistet. Der Sprung, auf halber Höhe in der Herren Route, ließ den Zuschauern regelmäßig den Atem stocken. Marvin meisterte nicht nur den Sprung, sondern kletterte auch noch fast bis zum Top. Soweit kam kein anderer. Damit hatte er den hessischen Meistertitel bei den Herren gewonnen. Eine bemerkenswerte Leistung, gerade, da er einige Stunden vorher schon als Doppelstarter in der Jugend A den Pokal geholt hatte.

In den anderen Klassen gabs dann noch weitere Podiumsplätze durch Caro und Ruth. Aber vor allem auch die vier Starter, die hier das erste Mal bei einem Wettkampf antraten konten entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten überzeugen. So mancher kletterte so konzentriert und erfolgreich wie selten und eine rote Laterne brachte sowieso keiner mit nach Hause.

Und übrigens: Auch der Trainer war ein kleines aber nicht unerhebliches Bisschen stolz! ;-)

Wie geht's jetzt weiter?
Abgesehen davon, dass nun mit vollen Motivationstanks ins Wintertraining gestartet wird und hierzu bereits auf der Heimfahrt grosse Pläne geschmiedet wurden, werden sich am 15. November ein Teil der Gruppe den Westdeutschen Meisterschaften stellen.
Ende November kommt dann zum Jahresabschluss die Deutsche Meisterschaft in in der heimischen Halle, für die sich Caro bei den Juniorinnen qualifizieren konnte. Mindestens genau so spannend dürfte dort aber auch Marvins geplanter Auftritt im Rahmen des Deutschen Speedcups werden - mal ganz was anderes...

Vollständige Ergebnisse

Westdeutsche Meisterschaften 2009

Ruth im Finale

Mitte November gingen vier von uns bei den Westdeutschen Meisterschaften an den Start. Zwei von der Hessenmeisterschaft beflügelt. Eine um die Form vor der DM zu testen. Und eine solidarisch kurz entschlossen. Der Kurzbericht von Ruth...

(Nur) zu fünft (die einen sind krank, der andere trainiert in Darmstadt) sind wir schon um 7 Uhr auf dem Weg nach Frankenthal. Malte, Benedikt, Caro und Ruth registrieren sich und Peter organisiert und filmt bzw. passt auf dass wir nicht unseren Go verpassen…

 Das Starterfeld ist groß und vielfältig, die Stimmung passt, der eine oder andere Versuch bringt zum Staunen und unerwartet schafft es Ruth in der Jugend A sowie Caro bei den Junioren ins Finale, wird wohl doch ein längerer Aufenthalt!

Die Zeit in der Iso ist nur kurz, da die Routen schon fast fertig geschraubt waren, sodass es kein langes Warten gibt. Angefeuert von einer mittlerweile lauten Halle können wir beide unsere Plätze mit zügigem Klettern halten. Für den letzten Wettkampf vor der Deutschen Meisterschaft dieses Jahr ein gelungener Abschluss.

Vollständige Ergebnisse

DJJC III - Leipzig 2009

Begleitet von einer jubelnden Menge fuhr Caro nach Leipzig um sich dort endgültig ihre DM-Fahrkarte abzuholen...

Um es kurz zu machen: Ob es an der Aufregung lag, oder daran, dass die Daumendrücker doch nicht laut genug angefeuert haben - diesmal liefs nicht wirklich wie erhofft.
Bereits in der ersten Quali gelang es Caro nicht richtig ihre Fähigkeiten an die Wand zu bringen und in der zweiten Runde rutschte dann ganz unnötig der Fuss...

Macht aber nix!
Das eigentlich Ziel wurde voll erreicht - durch fleissiges Punktesammeln hat sich Caro für den Start bei der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaft qualifiziert!!!

Was am Anfang der Saison nie einer zu hoffen gewagt hätte is so Realität geworden. Caro kann jetzt ende November beim Jahreshighlight in Darmstadt vor heimischem Publikum antreten.
In wie weit sich diese Rahmenbedingungen auf Caros Performance auswirken wird sich zeigen.
Gewonnen hat sie damit aber eigentlich schon jetzt...

Ergebnisse Juniorinnen
DJJC Juniorinnen
DJJC Caro

Offene Rheinland-Pfalz Meisterschaften 2009

Ende September starteten zwei von uns bei den offenen Rheinland-Pfalz Meisterschaften in Frankenthal. Ein Bericht von Marvin...

Diesmal leider nur zu zweit, machten wir uns am Morgen des 29. September auf zur 13. Rheinland-Pfalz-Meisterschaft nach Frankenthal. 
Hier gab es für jeden von uns beiden eine kleine Premiere:
Ruth nahm überhaupt das erste mal an einer RLP-Meisterschaft teil, und ich war als als Doppelstarter gemeldet, und durfte somit nicht nur die Jugend A sondern jetzt auch die Herrenrouten klettern.

Die ersten beiden Quallirouten liefen für uns beide ganz gut, trotz Klettern am Limit und starker Konkurenz schafften wir es beide bei der Jugend ins Finale. Bei den Herren hat es jedoch leider für mich nicht ganz gereicht.

Nach ewigen Warten und erneuter Umbaupause kam dann endlich das Startsignal. Der Adrenalinspiegel steigt und das "komische Gefühl genau zu wissen dass man irgendwann fällt" kommt auf.

Ruth und ich hatten fast gleichzeitig unseren Go.
Ich versuchte schnell und effektiv zu klettern um noch Reserven für den oberen Teil der Route zu haben was mir auch gelang. Ein Fehler beim auschecken stellte sich jedoch als fatal heraus und beendete meinen Versuch. Auch Ruth fiel kurze Zeit später.

Am Ende konnten wir beide mit einem guten 5. Platz in den Klassen der Jugend A zufrieden nach Hause gehen.

Endergebnisse

DSC I und DJJC II - Kempten 2009

In Kempten waren wir, erstmalig auf einem nationalen Wettkampf, in vier verschiedenen Wertungsklassen am Start. Ein Bericht von Ruth...

"Heute läuft ja die Meldefrist ab und ich wollte fragen, ob ich noch mitmachen kann?". Mittwoch, 16 Uhr 30; Telefonat zwischen Ingrid Vantorre (sie macht die Referatsarbeit für alle hessischen Athleten) und mir - und tatsächlich, trotz so spontaner aber entschlossener Entscheidung sollte ich doch noch mit Caro, Marvin und Fabian in Kempten beim Deutschen Sportklettercup antreten können:

Im strömenden Regen an der outdoor-Kletteranlage der Allgäuer Metropole angekommen sind wir über die offene und nette Art der dort noch schwer an den Vorbereitungen arbeitenden Organisatoren erstaunt - nach kurzer Unterhaltung bekommen wir von Elmar sogar den Schlüssel für den Boulderraum und dürfen dort während des Wochenendes übernachten. Im Gegenzug passen wir auf die teure Musikanlage auf.
Anstatt beim Kochen nass zu werden verbringen wir den Abend diesmal lieber mit Leuten von der Jury und anderen Officials beim Italiener und finden am Ende sogar alleine den Weg zu Fuss zurück.
Nach äusserst gemütlichem Schlaf werden uns dann am nächsten Morgen von den Allgäuern sogar Bretzeln mitgebracht - Danke!

Kurz darauf erscheinen schon die ersten Kletterer. Lauter prominente Top-Leute, was mich die Ernsthaftigkleit und den Stellenwert dieses Wetkampfes spüren lässt. Trotzdem, der natürliche und herzliche Umgang und die Athmosphäre, die auch durch die im Freien gelegene Anlage positiv beeinflusst wird, lassen bei uns eine lockere und entspannte Stimmung aufkommen, die den ganzen Tag über anhalten wird.
Fabians Start bei den Herren erinnert mich dann endgültig daran, dass ja auch wir morgen antreten und lässt ab und zu ersten Nervenkitzel aufkommen.

Fabians Leistungen im hochkarätigen Herrenwettkampf können sich durchaus sehen lassen. In beiden Qualifikationsrouten kletterte er an diversen Konkurrenten vorbei und schob sich schlussendlich solide ins Mittelfeld. Wäre der Handwechsel in der ersten Route besser vorbereitet gewesen, hätte sicher noch eine ganze Ecke mehr rausspringen können. Fabians Performance in Route II steht unten zum download bereit...

Während wir abends das spannende Herrenfinale verfolgen, kochen wir auf der Wiese zwischen den anderen Zuschauern unsere Nudeln mit Tomatensosse. Erstaunte Blicke von links und rechts - was solls, wir lassens uns schmecken...

Die nächste Nacht verbringen wir wegen der lärmenden, dieselbetriebenen Hebebühne der Routenbauer dann doch nicht im Boulderraum. Spontan finden wir einen Pavillion im anliegenden Park, der uns eine trockene Übernachtungsmöglichkeit garantiert. Alles angenehm unkompliziert hier im Allgäu.

Am Sonntag sind Marvin, Caro und ich schon um 8 Uhr bei der Registration und ich bekomme endlich mein ersehnten Starter-t-shirt. "Jetzt kann ich ja wieder gehen, hab' ja alles was ich wollte" , schießt es mir kurz durch den Kopf, als die zahlreiche Konkurrenz ankommt. Die Qualifikation beginnt und Marvin startet gleich als Zweiter. Caro und ich müssen noch eine ganze Altersklasse abwarten bis wir an der Reihe sind. Zusammen wärmen wir uns zwischen Regen und Sonnenschein immer wieder mit Laufen gehen, Dehnen, Bouldern etc. auf und motivieren uns, bis Caro endlich starten kann. Noch bevor ich auch soweit bin hat Marvin bereits seine 2. Route hinter sich und irgendwie beneide ich ihn etwas darum.

Marvin war in beiden Qualirouten hoch motiviert unterwegs und landet am Ende auf dem beachtlichen neunten Rang. Eine gewaltige Steigerung zu seinem DJJC Debüt vom letzten Jahr. Wer weiss wie die Sache ausgegangen wäre, wenn der gemeldete 20. Starter der Jugend-A nicht aus unbekannten Gründen gefehlt hätte. Dann nämlich hätte sich die Finalquote von 6 auf 10 erhöht. und Marvin hätte eine zusätzliche Chance gehabt noch weiter nach vorne zu klettern.
Caro traf bei den Juniorinnen - ähnlich wie in Bochum - auf eine kleine, aber dafür duchweg sehr starke Konkurrenz. Bei den Mädels dieser Altersklasse scheint es derzeit symptomatisch, dass viele den Vergleich scheuen, wenn sie sich nicht konkurrenzfähig mit der Spitze sehen. Für Caro scheint da eher "jetzt erst recht!" zu gelten und das hohe Niveau scheint um so mehr zu motivieren. Am Ende sprangen weitere wichtige 43 Wertungspunkte und ein 5. Platz auf der Aktuellen Rangliste raus, womit eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im November in Darmstadt in immer greifbarere Nähe rückt. Wäre schon 'ne kleine Sensation...
Videos von Marvin und Caro gibts unten zum Download

Ich hadere immer wieder mit meinen kalten Händen, die gleich kleine Leisten festhalten sollen, doch schließlich geht's auch für mich los. Ich habe schon viele andere Teilnehmer in meiner Route gesehen, dass ich an vielen Stellen in der Route auch einen Plan B bzw. sogar einen Plan C habe und hoffe, dass nicht alles durcheinander gerät. "Nur die Ruhe bewahren, du hast Zeit", denke ich und greife nach der ersten Leiste...

Ruth ging ihr Debüt auf einem Nationalen Wettkampf sehr professionell an. Der ungünstig späte Startplatz verlangte besonders bei der feucht-kalten Witterung extrem viel Selbstdisziplin und die Fähigkeit sich immer wieder zu motivieren. Vielleicht waren es aber grade diese Umstände, die einfach keine Halbherzigkeiten zuliessen, und letzten Endes dazu führten, dass Ruth hier überraschen konnte.
So kippte sie in der Quali I erst kurz vor dem Top, und gänzlich unbeeindruckt von dem fast abgelaufenen Zeitlimit, wegen einem Trittfehler aus der Wand. Und auch in Route II, welche mit einer maximalkräftigen Dachpassage gleich zu Beginn sicher nicht ihre ganz grossen Stärken traf, kam sie einige Züge weiter als prognostiziert.
Leider gibt's kein brauchbares Video...

Meine spontane Entscheidung trotz eines gewissen Misstrauens Wettkämpfen gegenüber hat mir Erlebnisse, Eindrücke und vor allem Spass gebracht und sich ganz klar gelohnt.
Während der Rückfahrt nach Darmstadt wird ausgelassen geschwätzt, bis uns Müdigkeit und Erschöpfung einholen - Das Resultat eines tollen Wochenendes.

Vollständige Ergebnisse

DJJC I - Bochum 2009

Anfang Juni ging der erste Wettkampf zum Deutschen Jugend- und Juniorencup in Bochum über die Bühne. Caro war dabei...

Erstmalig fand dieses Jahr ein DJJC als Einzelveranstaltung statt. Ohne weitere Darmstädter Unterstützung machte sich Caro auf die Reise nach Bochum, und fand Anschluss an das Team des Hessenkaders.

Es war auf jeden Fall echt gut mit den Frankfurtern, war ne coole Gruppe. Sie haben mich gut integriert, wodurch der Wettkampf noch mehr Spaß gemacht hat. Wir sind als Team drangegangen, waren alle echt nett...

Das Starterfeld war mit nur sechs Juniorinnen diesmal wesentlich kleiner als üblich. Für Caro bedeutete dies einerseits eine gesicherte Finalteilnahme, andererseits eine Konkurrenz aus ausschliesslich sehr starken und vor allem wettkampferfahreneren Mädels. Spannend war also vor allem die Frage wie nah sie hier an die anderen heran klettern können würde.

1. Quali: Ich fall leider an nem Sloper raus weil ich da zu lang rumgemacht hab, hätte einfach schnell an den nächsten Griff weiter ziehen müssen, der war ziemlich gut!... Naja Andreas hat gemeint, dass wär so nen typischer Fehler von "draußen Kletterern", aber ne gewisse Höhe hatte ich ja immerhin geschafft... 2. Quali: da bin ich rausgefallen, weil ichs irgendwie nicht gebacken gekriegt hab von den Griffen zu klippen und so viel Kraft verbraucht hab.

Wer die Ergebnislisten studiert, erkennt, dass die Wertungen von Caro teilweise durchaus in Reichweite zur nahmhaften Konkurrenz liegen. Im Finale setzte sich das fort.

Es gab nur 2 Finalrouten: eine für alle Jungs, die andere für alle Mädels: Geklettert wurde dann von jung nach alt... d.h. obwohl ich als erste von den Juniorinnen gestartet bin, war das schon eher am Ende... das Finale lief dann auf den ersten Metern eigentlich ziemlich gut, aber ich bin dann an nem Griff rausgefallen, den ich nicht richtig bekommen habe... hab versucht einfach noch schnell weiterzukommen, aber hab den nächsten Griff nicht mehr halten können...
zu meinem Erstaunen kamen viele der Juniorinnen nicht viel weiter und nur Ines topte! Ansonsten hatten nur 3 Mädels aus der b-Jugend getopt, die dann noch ein Superfinale in der Route männlichen Jugend kletterten und dort weiter kamen als viele Jungs zuvor - war sehr spannend!

Erstmalig hat damit eine Darmstädter Teilnehmerin DJJC-Punkte mit nach Hause gebracht, womit zumindest ein theoretische Chance auf eine DM-Teilnahme bestehen würde.
Zu erwarten ist natürlich, dass die Konkurrenz bei den nächsten Veranstaltungen wieder zahlreicher sein wird und auch die Topleute vollständig antreten werden. Es gilt also keine Wunder zu erwarten - aber um so mehr dran zu bleiben.

Kaum zu Hause, meldete Caro sofort zum nächsten Cuptermin in Kempten und schon jetzt steht fest, dass wir diesmal wieder als starkes Team anrollen werden...

Ergebnisse Juniorinnen
Punktestand Juniorinnen

Trainingscamp Fels 2009

Nach über zwei Jahren gemeinsamem Trainings auf mehr oder weniger inoffizieller Ebene war es Zeit für den nächsten Schritt:
Während einem Trainingscamp im Nördlichen Frankenjura feilten wir - erstmalig im Rahmen einer ausgeschriebenen Veranstaltung - gemeinsam an den persönlichen Limits. Die Bedingungen waren gut, die Motivaton gross und die Nerven stark! Ein Bericht von Isa...

20.05. Simone ist am Telefon: "Ich kann leider nicht mitkommen..."
Was im ersten Moment nach Terminproblemen klingt, entpuppt sich im nächsten als doppelt schlechte Nachricht - sie hat sich bei einem Sturz in der Pfalz verletzt und ist erstmal aus dem Rennen. Wir sind froh, dass nicht noch mehr passiert ist und wünschen volle Energie für die Physio!


29.05. Was ein Stress, direkt nach der Schule geht's los. Noch schnell Spaghetti reingestopft und schon klingelt's an der Tür - Caro, Isa, Marvin und Ruth wollen unter professioneller Anleitung von Hannes Gas geben.
Nach Stau und letzten Einkäufen irgendwann am frühen Abend: Einklettern am Rodenstein. Gemeinsame gemütliche Gipfelbesteigung zum Kennenlernen des fränkischen Kalks.
Wir sind ja nicht nur zum Spass hier, sondern wollen vor allem besser werden: Die 1. Theorieeinheit findet nach dem Abendessen statt. Das persönliche Kletterprofil mit den eigenen Schwächen und Stärken wird erstellt und im Licht der Stirnlampe bis spät in die Nacht diskutiert. Technik, Taktik, Psyche und Kondition bestimmen die Kletterleistung. Die Planung für die kommenden Tage beginnt, wer arbeitet woran, was für Routen sind dafür sinnvoll, wie bekommen wir die unterschiedlichen Voraussetzungen unter einen Hut. Ob das theoretische Wissen in der Praxis helfen wird und die Planungen aufgehen?
Mit dem Profil unterm Kopfkissen sinken wir im Zelt in tiefen Schlaf und sind gespannt auf morgen...
 
30.05. Es geht los im oberen Trubachtal. Nach dem Warmklettern in klassischen Routen gelingt Marvin das 1. Highlight: Fight Gravity - onsight. Nach einem kurzen Felswechsel dann das 1. Testpiece für die Mädels. Die am Abend zuvor diskutierte Strategie geht auf: nach dem Aufwärmen erst planen, gemeinsam durchsprechen und dann einsteigen. Unter tatkräftigem Anfeuern der anderen gelingt uns allen Bilbo Baggins. Zufriedene Gesichter. Doch das war erst der Anfang. Marvin klettert das Goldene Dach im 2. Versuch, ebenso wie Die Entdeckung der Langsamkeit, während Isa und Ruth sich Aquaplaning vornehmen.
Ein gelungener Auftakt. Es stellt sich die Frage: wie anstrengend war der Tag und was wird morgen gehen? Zum gezielten Training gehört auch der richtige Trainingsplan. Hannes bringt uns wichtige Basics der Trainingslehre näher: Begriffe wie Aerober Bereich, Laktazide Kraftausdauer, Maximalkraftausdauer, dazugehörige Erholungszeiten, die Halbwertzeit von Laktat, eine sinnvolle Tagesplanung für die noch ausstehenden 2 Klettertage und vieles andere mehr werden nach einem wieder einmal leckeren Abendessen erörtert. In Anbetracht des gerade Gelernten und der noch verbleibenden Zeit ist klar: morgen gehen wir den Tag gemütlich an - Ruhephasen müssen sein.
 
31.05. Nach entspanntem "Zeitschinden" am Morgen statten wir Napoleon einen Besuch ab. Wieder fast alleine am Fels haben wir die freie Routenauswahl- und die kann sich sehen lassen. Los gehts zum Warmwerden mit dem größtenteils selbstabzusichernden wunderschönen Westriss. Dann ran an die schwereren Projekte: als Team unterwegs kann uns der Freundschaftsweg nicht lange widerstehen. Schwächen im Bereich Beweglichkeit werden durch gezieltes Dehnen behoben und führen spontan zum Erfolg - so soll es sein. Das tröstet über zwei nicht geglückte Versuche hinweg.
Highlight des Tages: Die Onsightbegehung der psychisch sehr anspruchsvollen Membrane. Marvin hat Nerven wie Drahtseile - eine herausragende Leistung. Wir hoffen schon auf die Einladung zum Essen, aber auch Caro ist im Silbernen Oskar gut in FormHannes beweist ein super Gespür für schöne Routen: der Albert- Engelhardt Ged. Weg ist nicht nur toll, sondern gelingt uns auch noch im 1. Anlauf. Somit muss jeder sein Essen wieder selber zahlen. Schade und doch wieder erfreulich. 
Später: 5 Köpfe lugen hinter einem Laptop hervor: endlich gesättigt geht es an die Analyse der Videoaufzeichnungen. Verbesserungsvorschläge in den erfolgreich durchstiegenden Routen finden sich reichlich. Wir werden darauf in den kommenden Touren achten, vielleicht geht dann noch ein wenig mehr!
 
01.06. Nach einer schönen Nacht unter freiem Himmel treffen wir beim Frühstück die Felsauswahl. Die Motivation ist wie immer groß, die Arme scheinbar fit und heute soll noch was gehen!
Am Rotenstein angekommen dann die Ernüchterung: Geistiger 3.-Tag-Durchhänger, es ist windig und kühl, der Fels sieht zwar toll aus, liegt aber schattig im Wald, unter 6 ist nichts zu haben und irgendwie sind die Arme nicht mehr ganz so fit wie morgens gedacht. Doch dafür haben wir Hannes dabei: Kurze Analyse der Lage und 5 Minuten später sind zwei von uns in der beeindruckenden Wand unterwegs. Und siehe da, kaum haben wir alle Hand an den Fels gelegt werden die Muskeln warm, der Kopf ist wieder dabei, das Panorama am Gipfelkreuz toll und die Motivations-Akkus wieder aufgetankt. Dann mal ran an die Projekte: Im Teufelsriss hadert Isa deutlich mit (nicht gefundenen) Handklemmern, offenen Türen und Piaz-Verschneidungsrissen. Dank gutem Zuspruch von unten gelingt aber auch diese Hürde. Ruth erwischt es in derselben Tour am letzten schweren Zug, aber scheinbar unbeeindruckt steigt sie trotz des weiten Fluges im 2. Anlauf aus- Respekt. Unsere Rissspezialistin Caro tänzelt hoch und die Anwesenden sind beeindruckt, wie spielerisch einfach das aussieht.
Team Motivation ist reichlich vorhanden, jeder unterstützt jeden wo es geht, ist mit Spass, aber auch Ehrgeiz bei der Sache, trotzdem gelingt Marvin Team Motivation dieses Mal noch nicht. Ein Grund mehr zurückzukommen. Hannes findet Gefallen am Spargeltarzan, derweil sich die Mädels an der Schlüsselstelle der Ostwand mögliche Griffkombis ausdenken. In einer steilen Platte fordern (Einfinger)löchern, Minileisten und andere bescheidenere Griffen eine saubere Fußtechnik und starke Finger. Motivation kann Berge versetzen: Bereits im 2. Anlauf gelingt uns auch diese schöne Tour bei traumhaftem Kletterwetter. Wie sollte ein besserer Abschluss aussehen als ein hart erkämpfter, aber verdienter Erfolg.
Zufrieden packen wir zusammen und überlegen schon, wann der nächste Besuch im Fränkischen möglich ist. Eine kleine Feedbackrunde während des Abstiegs und Diskussionen über das persönliche Highlight verkürzen die Rückfahrt.
 
Tolle Routen abseits der Hotspots, Erfolgserlebnisse am persönlichen Limit (obwohl da bestimmt noch mehr geht...), trotz widriger Vorhersagen gutes Kletterwetter, eine prima Stimmung in einem kleinen aber feinen Team, bei der viel gelacht wurde, Motivation bis in die Fingerspitzen, viele Anregungen für das weitere Training - es hätte kaum besser laufen können!

 

Norddeutsche Bouldermeisterschaft 2009

Zu acht waren wir bei der Offenen Norddeutschen Bouldermeisterschaft in Hannover. Sechs waren am Start, zwei schrammten jeweils um nur einen Platz am Finaleinzug vorbei, einige überraschten und alle hatten jede Menge Spass.
Ein Bericht von Ruth...

„So was Offizielles!“,  „Und dann auch noch so weit weg…“ – Das waren nicht nur meine Gedanken als die Frage im Raum stand an den Norddeutschen Bouldermeisterschaften in Hannover teilzunehmen.
Der erste Wettkampf 2009 soll es werden:

Abfahrt: Freitags, 15.00 bei Caro. Na ja fast.. Hannes kommt zu spät [anm.: weil er mal wieder den extra Sitz in sein Auto bauen muss, damit auch die Autorin mitfahren kann...], so dass wir schlussendlich um viertel vor vier gespannt und motiviert im Auto auf dem Weg nach Hanover sitzen. Durch Stau und das mit Damenstimme sprechende Navigationsystem erreichen wir die „escaladrome“-Boulderhalle erst gegen halb neun.
Nach ersten Bekanntschaften mit anderen Kletterern wird heiter bei der "Griechischen Botschaft“ gespeist und es sich anschließend auf Isomatte und im Schlafssack gemütlich gemacht.

Der erste Handywecker muss gegen 7 Uhr geklingelt haben, denn nach noch ausgiebig langsamen Aufwachen ist es beim Frühstück erst kurz vor Acht. Früher als gedacht füllt sich der Eingangsbereich mit Wettkampfteilnehmern und ist spätestens bei Registrierungsschluss rappelvoll.
Nach leichter Verzögerung kann der Wettkampf um viertel vor elf starten und in genau vier Stunden ist die Qualifikationszeit für das Finale abgelaufen. Marvin, Caro, Simone, Nicklas und ich flashen den ersten und leichtesten Boulder – entspannter geht es weiter. Auch Simon, der sich erst auf der Fahrt entschieden hatte auch Teil zu nehmen, kommt richtig gut in Schwung.
15 Probleme gibt es zu lösen, wobei man kaum Ausdauer für alle hat. Klar, gegenseitig erklärt man sich die Züge von einem Griff zum nächsten, die mal mehr mal weniger mit der Schwerkraft spielen. Unzählige Eindrücke lassen die Zeit verstreichen bevor wir merken, wie erschöpft wir inzwischen sind.

Ab Punkt viertel vor drei heißt es warten bis die Ergebnislisten raus sind. Wir vertreiben uns die Zeit mit Früchte(Apfel)brot, Karotten, Äpfeln, Bananen, Brötchen, Kuchen, Kartoffelsalat und Würstchen in Hannes Auto [anm.: wo's jetzt entsprechend aussieht].
Nicklas und Caro schauen zwischendurch nach den Listen und Caro bemerkt glücklicherweise das Marvin bei den Jugendlichen nicht aufgeführt ist, sodass er schließlich ganz plötzlich doch in die Isolation muss, sprich im Finale ist. Doch die Freude währt nur kurz – Rechenfehler!
Mit den Ergebnissen können trotzdem alle zufrieden sein: Man findet sich im Mittelfeld, Marvin und ich nehmen ein Platz hinter den Finalisten der Jugend ein.

Das Finale macht die Wartezeit mit derartiger Spannung und Stimmung wieder wett.
Die Boulderin, die wir abends zuvor kennengelernt hatte erreicht den 3. Platz und ihre Zwillingsschwester erhällt als Siegerin ein Seil, sodass ihr gleich das Seilklettern in Heubach schmackhaft gemacht wird.
Simon lernt noch schnell den alternativen Gebrauch von Bouldermatten kennen und dann geht’s wieder ab nach Hause.
Ankunft: 2.30 – zu spät um noch an alles Einzupackende zu denken.

Fazit: Immer wieder gerne - auch wenn’s was Offizielles ist und dann auch noch so weit weg!