Deutscher Jugend- und Juniorencup III-2008

Ende Oktober traten zwei Mutige erstmals beim Deutschen Jugend- und Juniorencup in Leipzig an - es ging darum zu erfahren wie in der aller obersten Liga gespielt wird...

Die bei den Offenen Rheinland-Pfalz Meisterschaften getankte Motivation war für Caro und Marvin offensichtlich so nachhaltig, dass sich beide ohne grosse Fremdeinwirkung entschlossen, den weiten Weg nach Leipzig in Kauf zu nehmen, um zu erleben wie sich Wettkampfklettern im direkten Umfeld der nationalen Nachwuchstars anfühlt.

Die Befürchtung für die Beiden könnte die direkte Konkurrenz von Europacupkletterern wie Jan Hojer und Ines Dull zum Frusterlebnis führen bewies sich klar als grundlos. Mitgerissen von der Stimmung in der Halle, fanden Marvin und Caro schnell Anschluss an andere Athleten des Hessischen Landeskaders und bekamen dort professionelle Betreuung im Team.

Caro startete in ihre erste Route nach gewissenhafter Vorbereitung sehr konzentriert und präzise. Im Steilstück kam dann aber bald Stress auf - mit etwas mehr Mut zur Dynamik wäre es klar weiter gegangen. Die zweite Route kam Caros kontrollorientiertem Stil sichtbar mehr entgegen, was sich sofort in einer verbesserten Höhe niederschlug.
Marvin begann gewohnt zielstrebig, überschätzte jedoch dann leider an einem für ihn irreversibelen Zug seine Reichweite und stürzte ohne auch nur ansatzweise dicke Arme bekommen zu haben. Die zweite Route lief deutlich besser und es war zu sehen, dass er - ohne den vorherigen Patzer - durchaus hätte weiter nach vorne klettern können.

Spät am Abend - als wir nach sehr spannenden Finals am Leipziger Bahnhof sassen und viel Zeit hatten um auf den Zug zu warten, der irgendwann einmal kommen sollte um unseren ausgefallenen ICE zu ersetzen - kam in mir erneut die Frage hoch, ob sich all der Aufwand an Zeit und Kosten den die Zwei für den Kampf um die goldene Ananas an diesem Wochenende in Kauf genommen hatten überhaupt lohnen kann.
Als ich das Gespräch darauf brachte, erntete ich zumächst ein zweifaches breites Grinsen, und ohne das geringste Zögern die einstimmige Versicherung, dass das bestimmt nicht das letzte mal gewesen sein sollte.
Wettkampfklettern kann einfach tolle Motivationschübe erzeugen!

Intensiv analysierten wir dann im Zug die selbstgemachten Videos, diskutierten über Schwungauslösung, Hüftbewegung und Präzision und fanden schnell gute Ansätze für das weitere Training. Irgendwann gaben dann zeitgleich der Laptopakku und auch die persönlichen ihren Geist auf und die Darmstädter Deutschlandcup-Delegation versank im Tiefschlaf...

Vollständige Ergebnisse

Offene Rheinland-Pfalz Meisterschaften 2008

Ende September waren wir zu fünft bei den offenen Rheinland-Pfalz Meisterschaften in Frankenthal. Vier sind gestartet!
Ein Bericht von Caro...

Nach einer von allen gut gekletterten Qualirunde erreichte Niklas bei seinem Wettkampfdebut einen soliden 9. Rang im Mittelfeld und 3 Darmstädter standen schließlich in der Endrunde, was eimal mehr sehr erfreulich war.
Da die Qualifikationsrouten schön geschraubt waren und viel Spass gemacht hatten, waren wir erst recht auf die Finals gespannt.
Zuerst war die Jugend dran: Marvin und ich hatten gleichzeitig unseren go! Marvin fiel seiner Meinung nach zwar viel zu früh, trotzdem reicht dies noch für einen super guten 3. Platz. Ich machte leider einen Fehler beim Clippen und kam dadurch total raus. Es wurde am Ende der 5. Rang, mit dem ich voll zufrieden war.
Anschließend liefen dann die Damen- und Herren Finals. Fabian konnte einige Konkurrenten hinter sich lassen und kletterte auf den 3. Platz, was uns alle sehr freute!

Es war also ein durchaus erfolgreicher Tag und es hat uns allen super viel Spaß gemacht. Die Stimmung und dir Routen waren einfach toll und Simon als "Teammanager" hat sich bestens um uns gekümmert, damit wir auch ja keinen Start verpassen...!

Vollständige Ergebnisse

Westdeutsche Meisterschaften 2008

Zu sechst waren wir bei den Westdeutschen Meisterschaften in Ahlen.
Drei waren am Start und am Ende erfolgreicher als erwartet!
Ein Bericht von Ruth...

„Jaaaa, schööön!“, „weiter so!“ – die erste Schlüsselstelle ist geschafft. Ausruhen ist nich drin, dafür ist es zu schwer. Zug um Zug geht es weiter. Der Fuss geht nicht richtig auf den nächsten Tritt. „Aaauf gehts!“, „Du schaffst das!“. Der Fuss sitzt, die Hand greift weiter...
Wuuuuuuuuschhhhh – vorbei! Das wars!

Caro, Marvin und Fabian – drei Mitglieder der Sektion Darmstadt-Starkenburg stellen sich der Herausforderung der Westdeutschen Meisterschaften in Ahlen. Simon und ich sind als Anfeuer-Team dabei. „Wenn einer ins Finale kommt wär das schon ne Heldentat“ – die Konkurrenz aus NRW ist stark. Aber man sollte sich nicht verrückt machen...

In den Qualifikationsrunden feuert jeder jeden an. „Die Leute sind nett, es ist gar nicht so ein Konkurrenzkampf“, meint Caro. Des weiteren scheint alles gut organisiert, es gibt viel Musik und ein Fresspaket für jeden Sportler. Dennoch, zwischendurch ist es auch mal chaotisch, aber „das macht die Stimmung lockerer“ urteilt Fabian.

Marvin und Caro sind die ersten Starter der Jugend A.
Ein letzter Griff in den Chalkbag und los geht’s! Die Qualis laufen gut. Fabian kann bei den Herren eine, Marvin sogar beide Routen „top“ klettern. Grinsend nimmt Marvin unsere Glückwünsche entgegen – „Es ist leichter als es aussieht“ und „jetzt ist man erst recht voll motiviert“, meint er.
Anschliessend heisst es warten bis die Ergebnisse raus sind. Nicht nur Marvin ist im Finale, auch Caro und Fabian haben es geschafft. Die Freude ist gross – ein Ergebnis, dass sich vorher niemand erwartet hätte!

Marvins Plan ist, „so weit klettern wie es geht“ und dabei „nicht auf die Plätze fixiert sein“. Es ist ein Spiel aus Taktik, Technik, Beweglichkeit, Koordination Psyche und schlussendlich auch Kraft.
Die Stimmung ist gut als Caro angekündigt wird. Die ersten Meter sind kein Problem, Simon und ich feuern aus Leibeskräften an, es zieht sich hin bis sie fällt. Marvin kommt weit, weiter als sein Vorgänger, und weiter als der folgende Konkurrent. Es ist eigenartig, wenn man sich freut, wenn einer früher fällt. Auch Fabian macht seine Sache gut und kommt bis an die Stelle an der auch viele andere stürzen.

Es ist bereits Abend. Spannend war’s, auch wenn man sich jetzt „auch nicht anders fühlt als vorher“, wie Caro meint.
Schnell noch die Siegerehrung und dann ab nach Hause, nach Darmstadt. Der Vorschlag dort, nachts um halb eins noch bouldern zu gehen, wurde schlaftrunken abgelehnt. Was solls, es hat sich in jedem Fall gelohnt!

Ergebnisse und noch ein Bericht

Rückblick 2007

Die offizielle inoffizielle Trainingsgruppe...
Im Herbst 2006 bildete sich ausgehend von einem Kern von engagierten jungen Kletterern aus zwei Sektionsjugendgruppen ein regelmässiges Bouldertraining. Zunächst nur unterstützt mit sporadischen Tipps, bildete sich bald ein kleines immer zielgerichteter arbeitendes Team, welches mit viel Spass an der Sache immer mehr Trainingsanleitung in Anspruch nahm – ganz im positiven Sinne. Im Sog der motivierten Jugend nutzten auch immer öfter andere und auch ältere Kletterer den Ansporn den ein gemeinsames Trainieren liefern kann.
Zur „offiziellen" Trainingsgruppe wurde das ganze bewusst nie erklärt um zu vermeiden, dass sich die Sache zu einem einfach „konsumierbaren Angebot" entwickelt. Vielmehr sollte sich so die Qualität erhalten durch die es entstanden ist – Energie durch die eigene, innere Motivation der Beteiligten...

Saisonhöhepunkt Hessische Meisterschaften 2007
Mit 12 Startern in 6 Klassen stellten wir das zweitstärkste Team! Auch wenn mit dem kompletten, in Frankfurt „stationierten", Hessenkader eine harte Konkurrenz am Start war und auch wenn dies für die meisten der erste Kletterwettkampf überhaupt war, so erfüllen die erzielten Ergebnisse teilweise weit mehr als nur den „Olympischen Gedanken. Besonders bemerkenswert sind hierbei sicherlich nicht nur die Podiumsplätze von Johannes Fiedler und Marvin Winkler bei der Jugend, sondern auch die besonders starke Vorstellung von Manfred Prior. Mit über 50 Jahren bei einer Landesmeisterschaft so gross aufzuzeigen...
Hut ab!

Effekte und Perspektiven...
Mit ungebremstem Schub ist der harte Kern dran geblieben. Bei einzelnen Mädels und Jungs hat sich richtig was bewegt – da steckt einiges Potential drin. Neben den persönlichen Erfolgen die immer wieder den Trainingsfleiss anschieben - ohne, dass sich jemals ungesunde Verbissenheit breit gemacht hätte - hat die gemeinsame Arbeit weitere positive Effekte für die Bindung im Verein. Seit einigen Monaten sind bereits mehrere der Leute selber in leitender Rolle in unseren Jugendgruppen aktiv, um dort ihre Motivation weiter zu geben, und andere von ihrem dazugewonnenen Können profitieren zu lassen. Weitere stehen bereits in den Startlöchern. Bislang bildete unser Boulderraum das Epizentrum der beschriebenen Entwicklung. Wenn uns mit der Eröffnung des Sektions- und Kletterzentrums eine Trainigsstätte von modernstem Standard zur Verfügung steht, ist sicherlich mit der ein oder anderen Leistungserruption zu rechnen...
Wir bleiben dran!