Tagestour rund um Mossau am 22.10.2017

Am 22.10.2017 trafen sich 18 Wanderer in Michelstadt am Bahnhof zu einer herbstlichen Wanderung rund um das Mossautal. Das Wetter war schon recht herbstlich und windig, leicht regnerisch, aber leidenschaftliche Wanderer schreckt das ja bekanntlich nicht ab.

Zuerst ging es vom Bahnhof nach Steinbach, vorbei am Schloß Fürstenau und der Einhardbasilika, die aus dem 11. Jh. stammt und lange Zeit von den umliegenden Bauern als Scheune genutzt wurde, auf den Alemannenweg. Der erste Anstieg führte uns auf den Tannenacker. An der Einhardquelle vorbei bogen wir links in den Wald und verzichteten wegen des windigen Wetters auf den aussichtsreichen Nibelungensteig. Der Weg führte uns nach Rehbach und weiter über den Jägersgrund, einem Damwildgehege zum Parkplatz Fuchshütte. An der namensgebenden Hütte führte uns der weitere Weg wenig später vorbei. Es handelt sich um einen steinernen Rundbau, an dem früher die Füchse für die Jagd angefüttert wurden. Am Schlagbaum verließen wir den Alemannenweg und folgten dem MD4 nach Süden. Am "Steinernen Tisch" war für alle die wohlverdiente Mittagsrast. Danach ging es weiter Richtung Süden auf dem Hoschbachshöhweg und der Bildschneise, vorbei am "Lärmfeuer" zur Ihrighütte. Von dort ging es nach links auf dem MO4 über den Röderberg in Richtung Mossau. Im Tal wanderten wir, inzwischen sogar mir Sonnenschein, auf der anderen Talseite, dem MD3 folgen wieder auf die Höhe. Auch hier entschieden wir uns für die Waldvariante des Weges, der uns nach Rosbach in den Brudergrund führte. Vorbei an der Kreuzeiche und dem Silberbrünnchen gelangten wir schließlich zurück zum Bahnhof Michelstadt.

Alles in allem trotz des etwas widrigem Wetters eine schöne Wanderung mit vielen Ausblicken und wieder einer tollen Truppen, vielen Dank fürs Mitwandern.

30.09.-03.10.2017 Alpine 3-Tages-Tour in den Vogesen

Alpine Dreitagestour in den Vogesen 30.09.2017 bis 03.10.2017 von R+R-Tours


Am Samstag, den 30.09.2017 trafen sich gegen Mittag bei guter Wetterlage 11 unerschrockene Wanderer/Innen sowie Rita+ Roland am vereinbarten Treffpunkt „Chalet Refuge de 3 Fours“ im Elsass in der Nähe vom Col de la Schlucht im Munstertal.

Hier war Start mit Rita und Roland zu einer alpinen 3-Tagestour in den Vogesen . Nach dem Eintreffen wurden die Lager/Betten belegt , die Hütte erkundet und anschließend noch bei einer kleinen ersten Wanderrunde die Gegend erkundet. Leider hielt das Wetter nicht und es begann zu regnen und verschlechterte sich zusehens , so wurde die Erkundungstour abgekürzt und es ging zur Hütte zurück. Mit Spannung sah man beim Abendessen (die Hütte war an diesem Tag fast voll belegt) auf den nächsten Tag und dem zugehörigen Wetterbericht. Die Hüttenwirte machten uns große Hoffnung, indem sie einen super Wandertag mit viel Sonnenschein voraussagten woran wir in diesem Moment noch nicht zu glauben wagten.

Nach gemeinsamen Frühstück war Start zur geplanten Tour, die die 8 Stunden-Marke reißen sollte. Der Himmel war anfänglich noch etwas bedeckt, die Sonne hat sich aber schnell hervorgekämpft. Wir wanderten von der Hütte aus zur Passhöhe „Col de la Schlucht“ und ab da ging es steil hinauf in den Wald. Die knorrigen alten Baumbestände begleiteten uns bis zum ersten Aussichtspunkt „Spitzenfels (1190m)“. Dort wartete die Sonne auf uns und ein grandioser Blick über die Passstraße in das tief eingeschnittene Tal der Schlucht. Kurz die Nase in die Sonne gestreckt ging es munter bergab ins Tal durch enge Felsspalten und versichert um eine Felswand herum zu den steilen Stufen der „Hirschsteine“ , einem weiteren wunderschönen Aussichtsplatz. Dort bei einer Rast in der Sonne landete auf wundersamer Weise ein Teebeutel unauthorisiert auf dem Ast einer Tanne. Die Flugroute war nicht von der ESOC berechnet! Nach dieser lustigen Einlage folgten wir dem Weg durch ein Geröllfeld und viel Wald zu einem verwunschenen Platz in Form eines verlandeten Gletschersees (1110m) mit Blick auf die Route de Cretes und weiter zum nächsten Aussichtspunkt dem Refuge de Schupferen (Skihütte). Hier eine kurze Trinkpause und zügig weiter über zu querende Skipisten und Kuhweiden bei der Auberge Seestaettle hinunter zum malerisch gelegenen Lac Vert (1053m). Nun führte der Weg über einen felsendurchsetzten Wiesenhang steil aufsteigend zur Ferme Auberge Gaertlesrain. Hier hielten wir uns nördlich im Wald laufend bis zum Ende des Talkessels beim Lac de Truites ou Forlet (1065m). Wer hier, in diesem engen Kar, kein Alpenfeeling bekommen hatte, war selber schuld. Denn tatsächlich kann man hier, umgeben von felsigen Hängen, kargen Gipfeln und steilen Geröllfeldern, das Gefühl bekommen, man befände sich irgendwo in den Allgäuer Alpen! Hier war ausgiebige Rast mit Einkehr in der schönen Ferme Auberge Le Forlet (1091m) und einer elsässischem Spezialität (Rojibrigaldi) sowie anschließender sonniger Siesta auf den Kuhweiden. Es fiel schwer sich zur Nachmittagsetappe aufzuraffen, zumal es nun in steilen Serpentinen hinauf zum kahlen und felsigen Gipfelkamm (1292m) aufzusteigen galt. Oben am Kamm erwartete uns wunderschöne gefärbte Heidevegetation, die uns den gesamten Rückweg begleitete. Geradewegs am Kamm entlang über den „Taubenklangfelsen (1299m), der Hochfläche des Gazon du Faite (1303m) und dem Felsgipfel Tanet (1293m) durch sumpfiges Gelände mit zerzausten Kiefern und einem verlorenen Handy führte uns der Weg zurück zum Col de la Schlucht. Ein Teil der Gruppe lief direkt zur Hütte weiter und der andere Teil trank noch ein Bierchen beim Imbiss auf dem Passparkplatz und fuhr dann aus zeitlichen Gründen mit dem Skilift die Piste hoch zur Hütte. Mit wunderschönen Eindrücken bei bester sonniger Wetterlage ließen wir alle den Tag nach dem Abendessen mit Wein und Spiel in der Hütte ausklingen.

Der zweite Tag ist kurz erzählt. Das Wetter ist am Montag früh, den 02.10.17 auf Höhe der Hütte grottenschlecht. Zwei unserer absolut unerschrockenen Wanderinnen wagen dennoch den Ausflug auf die Kammhöhe am „Hoheneck“ und erleben kampfesstark in jeder Hinsicht (komplett durchnässt) die ihnen entgegengebrachten Naturgewalten. Der Rest der Gruppe fährt nach kurzer Beratung ca. 500m tiefer hinab ins Tal und erlebt einen schönen „herbstlichen“ Wandertag auf historischen Grenzpfaden rund um Munster mit genussvollen Mittagessen in Munsters Altstadt. Zurück in der Hütte zurück verbrachten wir den Rest vom Tag mit den 2 unerschrockenen (Barbara und Andrea) gemütlich beim Erzählen und spielen.

Der dritte Tag stand ebenfalls wettertechnisch unter keinem guten Stern, so dass die geplante Tour über den Sentier des Roches zu Gunsten einer vorgezogenen Abreise und einer kleinen Genuss-Shoppingtour Richtung La Bresse mit Verkostungen von diversen Kräuterweinen , Käse- und Wurstsorten umgeplant wurde.

Nichts desto Trotz war es ein gelungenes Wanderwochenende in den Vogesen, die uns Lust auf mehr gemacht haben. Zumal der Reiseveranstalter „Rita-und-Roland-Tours“ alles hervorragend geplant und durchgeführt hat.

Vielen Dank.



17.09.2017 Wispertalsteig in den Rheingaubergen

Dort wo sich im Sommer die Rad- und Motorradfahrer tummeln, hatten wir Wanderer im Herbst das tief eingeschnittene und kurvenreiche Wispertal quasi für uns.

Karola und Ingrid hatten eine Wanderung auf dem Wispertalsteig für uns mit ein paar Extra-Schleifen vorbereitet und 19 Wanderer kamen, trotz gemischten Aussichten, Schirme im Rucksack!
Und es wurde eine tolle Wanderung auf verschlungenen Wegen, die manchmal auch erst noch gesucht werden mussten mit Begleitung der plätschernden und wispernden Wisper. Die ersten Kilometer mussten stellenweise als Matschparcour bewältigt werden, aber die Mühe wurde belohnt mit schönen Ausblicken, Rast an einer außergewöhnlichen Quelle mit Quellhaus und zwischendurch auch mal Sonne.
Dass es immer mal etwas aus den Wolken tropfte ab dem Nachmittag störte dank der Schirme und Regenjacken nicht wirklich. Pünktlich zu Beginn des Regens war die Laukenmühle erreicht und der Kaffee oder das Bier durften schmecken.
Mit ca. 20 km und etwa 500 HM war die heutige Tour eher etwas kürzer, aber das hat wegen der etwas längeren Anfahrt dann wieder gut gepasst.

 

 

03.-10.09.2017 Walk-On in der Sella

Eine Woche Bergsteigen und Klettersteige erklimmen in den Dolomiten bei viel besserem Wetter als vorhergesagt, gemixt mit gutem Essen und geselligen Stunden im Rifugio Salei und einer tollen Gruppe machten diese Walk-On-Unternehmung zu einer tollen Woche.

8.15 Uhr Treffpunkt und Abmarsch oder Abfahrt vor dem Rifugio, das war der tägliche Start zu Unternehmungen wie der Umrundung des Langkofels mit der Klettersteigoption des Oskar-Schuster-Steiges, (den unsere unerschrockene Jungbergsteigerin Marie sogleich in Angriff nahm und toll schaffte), zur Umrundung der Puez-Gruppe mit Abstieg in das wunderschöne Langental oder zur Überquerung des Sellastocks und zum Piz Boe. Auch der Pößnecker- und der Pisciadu-Klettersteig, sowie die Besteigung des Sas Rigais auf verschiedenen Wegen konnten uns nicht schrecken und wurden in verschiedener Besetzung bei herrlichem Bergwetter unter die Sohle genommen. Außerdem haben Steffen und Karin spontan einen Kletterworkshop durchgeführt und in der "Steinernen Stadt" Seile in die Felsen gehängt. 

19.00 Uhr Abendessen war der zweite Fixpunkt, der auf gar keinen Fall verpasst werden durfte. Eigentlich waren wir magengesteuert immer schon sehr pünktlich zur Stelle, um das herrliche Vorspeisen- und Salatbuffet zu inspizieren, die Tafel mit dem dann folgenden Menü zu studieren und eine gedankliche Auswahl zu treffen. Denn alle kulinarischen Köstlichkeiten passten nicht oder nur mit sehr großen Mühen in unsere Bäuche. Zumal der letzte Gang (Grappa-, Himbeergrappa- oder Enzian-Flat ) auch noch Platz brauchte. 

Und weil Bergsteigen und Schlemmen ordentlich müde machen, reichte abends eine überschaubare Menge an Rot- oder Weißwein und spätestens um 22.00 Uhr war, der Hüttenruhentradition folgend, in den meisten Zimmern das Licht aus.

Die Tage gingen im Nu vorbei, das konnten auch Pokemon-Arenen, Pokemon-Stopps, Shopping in Wolkenstein, Busfahren mit der Linie 471 oder am Ende Sturzregen zur Heimfahrt nicht verhindern.
Die Bilder sind nur ein kleiner schwacher Eindruck von der gewaltigen Kulisse und den eindrucksvollen Dolomiten.
Danke an die Gruppe, ihr wart eine tolle Mannschaft mit der es wirklich Spaß gemacht hat unterwegs zu sein.  

 

 

 

Alpenquerung Teil 2: Von Tirano (Veltlin) durch die Grosina-Alpen und den Schweizer Nationalpark bis nach Ardez im Unterengadin ca. 01.07.-08.07.2017

Samstag:

Diesmal verhieß die Wettervorhersage – zumindest die eine Woche vorher - viel Gutes.

Und so starteten wir, ein Einsammelauto aus Darmstadt, eins aus dem Odenwald, ausgerüstet mit Pickeln, befestigt an mehr oder weniger schweren Wanderrucksäcken, von unserem gelehrten Wanderführer über die Highlights der durchfahrenen Gegenden unterrichtet, auf mautfreien Straßen Richtung Ardez, dem Endpunkt unserer Wanderung.
Dort angekommen, erscheint schon bald nach großem Hallo unser italienisches Taxi, der ökonomischen Alternative zur Rätischen Bahn, und bringt uns mit Rollatordiskosound, im Halbdämmerschlaf nach Tirano, dem Ausgangspunkt der Tour.

Und schon wird es italienisch, aber auch international, denn unser Hotel hat Themenzimmer, die Mädels sind im Kenyazimmer untergebracht, die Jungs im französischen und Rita und Roland dürfen unter griechischen Säulen nächtigen.

Schnell noch Proviant besorgt: Alles was das Wandererherz begehrt, vom veltiner Käse bis zum Schüttelbrot, und schon wird Tirano erkundet; beim Aperitiv bieten Einheimische ihre Countrytänze dar, danach gibt’s Pizza, Primi, Pasta und Secondi auf der Hotelterrasse. Es ist gerade die legendäre veltiner Schlussverkaufsnacht und so strömen die Tiraner durch die Gassen und wir zum Marienheiligtum, ein Relikt aus den Zeiten, da die Bevölkerung moralisch gegen die reformatorischen Schweizer gefestigt werden musste.

Sonntag:

Die Sonne scheint. Die Wandrer sind alle bereit. Es ist so weit, oleoleola...

Und schon Tag geht es frühstücksmäßig optimal gestärkt aufi und das nicht zu knapp, ca. 1.600 Höhenmeter. Wir durchqueren Weinberge, Bauerngärten, kleine Dörfer, Wälder, zum Schluss einen großen Bach und schon kommt das Rifugio Schiazzera in Sicht- und Hörweite. Dort sind wir nicht alleine, Tagesausflügler schwirren herum und eine Jugendgruppe belagert den Essraum. Wir beziehen schnell unsere Zimmer, die Häkelkunst der Hüttenwirte bewundernd - jedes Bett hat sein individuelles Karomuster. Nach einem Picknick auf der Terrasse ziehen sich einige zur Siesta zurück und die Unermüdlichen, in diesem Fall Till, Barbara, Karin, Stefan und ich machen einen Spaziergang zum malerischen Schiazzerasee mit Blick auf die sagenumwobenen Bergamasker Alpen, in denen man die Steinböcke vom Wanderweg schubsen muss – falls es überhaupt einen gibt.

Das Abendessen ist gut, aber wegen der lebhaften italienisch-amerikanischen Jugendgruppe anstrengend. Ruhiger wird es, als diese ein Kreisspiel beginnt, „Diamond, flowers“ und andere Begriffe dieses Spiels verfolgen uns noch bis in unsere Träume.

Montag:

Die Sonne scheint. Heute ist ein „Schlendertag“ laut unserem gelehrten Wanderführer. Dies hat wohl auch der Hüttenhund mitgekriegt und schließt sich, nachdem er den Sonntag eingesperrt in einer Box verbringen musste, uns an. Es geht durch schöne Landschaft höher und höher zu einem Pass, an dem wir uns unseres Gepäcks entledigen und die letzten Meter zurücklegen, um unbeschwert den Cima di Schiazzera, unseren einzigen Gipfel, zu bezwingen.

Uns begeistern die Blicke auf Piz Palü, Bernina und Ortler, wir tragen uns pflichtgemäß ins Gipfelbuch ein und versuchen den Hund mit schmeichelnden und immer mehr drängenden Worten auf deutsch und italienisch zur Rückkehr zu bewegen. Aber was ein guter Hütehund ist, verlässt er nicht seine ihm anvertraute Herde. Zurück am Pass gibt’s eine Rast mit Notschlachtung des Schokoosterhasens. Und dann verlassen wir das Schiazzeratal und der Hund ohne weitere Aufforderung uns.

Vorbei an einem fast magischen Felskreis geht es durch Alpenrosenfelder teils querfeldein bergab, viel bergab. Schließlich und endlich stoßen wir auf einen schattigen Waldweg, der uns zum Talschluss, einem Marienheiligtum und unserer Hütte bringt.

Diese liegt in einem K, K, K-Dorf (Kirche, Kühe, Kinder) und von den letzten beiden nicht zu knapp. Die sind gerade mit Völkerball oder Nahrungsaufnahme oder -verarbeitung beschäftigt, wir mit dem Ankommen und Eintrinken.

Noch schnell einen Blick in die Wallfahrtskirche und dann so langsam dem Essen entgegen, während die Nonne im Treppenhaus allen frisch geduschten Kindern einzeln die Haare föhnt.

Wir sind die tedeschi und daher anscheinend in den Augen unserer italienischen Gastgeber eine Mischung aus Vielfraßen und Gourmets. Gang um Gang defiliert an uns vorbei bzw. in uns hinein, über die Pizzoccheri bis zur Kuchenplatte.

Zwischendurch kommen Kinderschwarm samt Betreuungspersonal zum Essenfassen, mit Trillerpfeife domptiert, und verschwinden plötzlich, als Batman oder was auch immer verkleidet, in die Bergnacht.

An unserem Tisch kommen noch Grappa correto und auf Wunsch eines einzelnen Herrn Ginepi = Enzianschnaps für alle. Nach diesem kulinarischen Highlight geht’s nur noch ins Bett.

Dienstag:

Die Sonne scheint. Vorbei, wie könnte es anders sein, an einer grüßenden Kuhherde und – es waren doch nicht Batmans, sondern Hogwarts-Schüler – am Quidditchfeld verlassen wir diesen einzigartigen Ort. Heute wird es ernst, kein Schlendrian mehr, zwei hohe, steile Pässe gilt es zu überwinden, aber wir sind ja verpickelt.

Leider hat der kulinarische Höhepunkt zum konditionellen Tiefpunkt von 2 Teilnehmern geführt, aber trotz Flauheit im Magen ist der erste Pass schon bald erreicht. Doch der wahrhaft kniffelige und holprige Abstieg führt zu einem unfreiwilligen Purzelbaum und einem Anflug von Höhenkrankheit. Nach kurzem Brainstorming wird klar, wir trennen uns, aber nicht auf Dauer.

Während Rita und Roland neuen Abenteuern im Tal zustreben, geht es für den Rest wieder nach oben und, glücklicherweise auch das Befinden unserer „kleinen“ – ich darf in diesem Zusammenhang mal das Kletterunwort benutzen – stets zuverlässigen Lokomotive.

Die Felswände scheinen sich vor uns zu verneigen, denn wir durchschreiten gerade das Tal der insubrischen Linie, die Mittelfalte des Faltengebirges und somit auch den Mittelpunkt der dreiteiligen Alpendurchquerung. Auf dem Weg zum Pass durch Schnee- und Geröllfelder löst sich die Lok mit dem langen Triebwagen und der übermütigen Ersatzlokomotive bei Erfüllung ihrer Führungsaufgabe ab.

Oben angekommen werden erst mal Handschuhe, Schal und Mütze und was der Rucksack noch so alles an Warmem aufzubieten hat, ausgepackt und übergezogen. Doch Homeoffice und andere Pflichten führen zu Verzögerungen beim Eintreffen der Passagierwaggons. Das Biwak wirkt auch nicht gerade einladend und so geht es schon bald wieder durch pfeifende Murmeltierherden unserer nächsten Hütte entgegen.
Hier in unserer ersten und einzigen CAI-Hütte erwartet uns keine Kindergruppe, sondern nur nette Hüttenwirte, Badezimmer und stille Örtchen mit malerischen Blicken zurück auf die Schneeberge.

Der Abend wird noch zur Erweiterung unseres Italienischwortschatzes durch Lesen des sehr regionalen Regionalblattes genutzt, bevor der Duft der weiten Wanderwelt bzw. -socken uns in einen tiefen, traumlosen Schlaf fallen lässt.

Mittwoch:

Die Sonne scheint. Heute wartet die nächste Challenge auf uns: 3 Pässe zwischen 2.500 und 2.600 zwischen Tälern um die 2.000 und ebenen Passagen unterhalb der höchsten Gipfel der Grosiner Alpen, Neuland auch für Till. Aber die „Via alta delle magnifice terre“ ist, zumindest wenn man sie findet, traumhaft geführt, die weglosen Passagen dazwischen werden instinktiv passend dazu von unserem in solchen Dingen erfahrenen Wanderführer ergänzt.

In den Tälern stärken wir uns auf Almen mit frischer Milch und anderem, auf den Pässen mit spektakulären Blicken. Doch der letzte Pass scheint zu hoch und so wählt die blasen- und fußschmerzgeplagte Mehrheit den weiten aber ebeneren Weg drum herum, während Till und ich uns zügig dieser Herausforderung widmen, denn Regen könnte kommen (tut es aber nur in Form von ein paar Tropfen). Der Pass samt Kapelle S. Colombo sind überwältigend schön, der Abstieg durch das Skigebiet ist eher mühselig. Doch auch hier locken die Unterkunft und das Wiedersehen mit den übrigen Wanderern.

Am Albergo angekommen, treffen wir schon Rita und Roland wieder, eine Stunde später trudelt der etwas ermattete Haufen, der sich mangels ebenem Panoramaweg auch über Skipisten auf und abquälen musste, ein. Erfahrungen werden ausgetauscht, Rita und Roland hatten eine abturnende Übernachtung mit mäßigem Essen, großer Kindergruppe und nächtlichem Gottesdienst direkt vor ihrer Zimmertür, untermalt vom Brummen des Generators hinter sich.

Das Essen im Albergo lässt keine Wünsche offen und in unseren Zimmern empfängt uns wunderschöne Bettwäsche.

Donnerstag:

Die Sonne scheint. Der eher wie ein Schoßhündchen wirkende Hüttenhund schließt sich uns fröhlich trottend an; es geht die Skipiste hinunter Richtung Supermarkt, denn heute müssen wir Vorräte für die übernächste Nacht auf der schweizerischen Selbstversorgerhütte einkaufen. Was für eine Rückkehr in die Zivilisation, das Angebot ist überwältigend! Wir entscheiden uns für Reis mit Dal und kaufen dazu alles, was das Herz zu deren Zubereitung begehrt, von Rosinen bis zu Sardellen. Auch viele Bananen landen im Einkaufswagen und werden sodann zur Auffüllung der Magnesiumreserven verzehrt.

Aber nun ist es vorbei mit bergab, es sind heute zwar nur 800 Höhenmeter, aber die haben es in sich, denn mit optimaler Sonnenbescheinung wird der Weg zu einer absolut schweißtreibenden Angelegenheit. Regen- werden zu Sonnenschirmen umfunktioniert. Kurve um Kurve geht es schier endlos bergauf. Schließlich ist der oberste Punkt erreicht und Roland versucht mit musikalischen Einlagen von seinem Handy, die ermattete, im Schatten dahindösende Mannschaft aufzumuntern. Bald kommt wieder Leben in die Gruppe, als einige versuchen, sich für den Neustart, die Poolposition zu ergattern. Bald ist der türkis leuchtende See in Sichtweite wie auch unser Nahziel, eine Kneipe an seinem Rand.

Dort wird ausgeschwitztes Wasser in Form von unterschiedlichsten Getränken wieder unseren Körpern zugeführt. Jetzt nur noch zur Hütte „Refugio Fraele“ am See entlang und wir sind da. Und wie da! Alles ist hier geschmackvoll, besonders haben es uns die bunt und gestreift lackierten Tische und Stühle angetan. Auch die Zimmer sind sehr schön und der Restnachmittag bietet sich für die kleine Wäsche zwischendurch, ein Lesestündchen und anderes an.

Das Team ist nett, das Abendessen supergut und die Bildbände wunderschön...

Freitag:

Mit einem an Wünschen nix offenlassendem Frühstücksbuffet – sogar an die Backpflaumen zur Verdauungsunterstützung ist gedacht – untermalt von schöner Musik, genießen wir den Beginn dieses Wandertags. Am rauschenden Auslass des über Nacht mit billigem Nachtstrom vollgepumpten Hochbehälters und den in bizarren Mustern ausgetrockneten Seeufern vorbei geht es zum Moratal Richtung Schweiz. Dies hat, landschaftlich betrachtet, seinen ganz eigenen Wildwestcharme; von Zeit zu Zeit kommen uns die Cowboys der Gegenwart, Alpenüberquerer auf ihren wilden MTB-Mustangs, entgegen. Wir werden zu Grenzgängern, -sitzern und schließlich – überquerern. Dann links ab durch Schwärme blauer Schmetterlinge hindurch, einer Hochebene entgegen. Dort suchen wir uns einen edelweißgeschmückten Rastplatz und machen ein Sit-in, um den weiteren Wandertagsverlauf abzustimmen. Für eine Gipfelbesteigung kann sich niemand erwärmen, der Nationalpark übt auch nur auf die Unermüdlichen seine Anziehungskraft aus, die Aussicht auf einen wanderarmen Nachmittag schneidet im Hinblick auf diese Kraftart bei den meisten besser ab.

Und so folgt nach Querung der Buffalora und weiteren grellbunten MTB-Fahrer-Begegnungen die Frankenübergabe für den Ofenpassbus und wir gehen getrennte Wege.

Der Nationalpark bietet eine karge, schroffe Landschaft, die unter Wolkenhimmel einen ganz eigenen Reiz hat, Punkte, an denen sich plötzlich das italienische Netz zurückmeldet und zum kostengünstigen simsen einlädt, gelbumflockte Rastplätze, Pyramidenfichten und geheimnisvolle, großteils abgestorbene Arvenwälder.

Am Ende des Parks empfängt uns die Zivilisation in Form einer Edelstahltoilette.

Um uns die Wartezeit auf dem Bus am Grenzposten etwas zu verkürzen, beobachten wir die Zöllner bei ihrer Arbeit, versuchen zu trampen und haben mit diesem Zeitvertreib Erfolg. An unserer Schneeschieberselbstversorgerhütte angekommen, treffen wir auf den Rest, der schon die Umgebung in Form des zum Biergarten umfunktionierten ehemaligen Naturfreundehauses ausgetestet hat und den Vermieter, der uns in das entbehrungsreiche Leben schweizer Familienväter einweiht. Gemeinsam unterziehen wir den Biergarten einer Zweitprüfung, um uns anschließend dem Kochen in der Kellerküche zu widmen.

Essen gibt es dann doch lieber draußen auf der Terrasse. Satt und zufrieden wenden wir uns alle den südlich gelegenen Bergmassiven zu, zerstreuen uns bei der Suche nach Steinböcken mit oder ohne Blick durchs Fernrohr. Die Müden zieht es 4 Stockwerke hoch unters Dach in unser Massenlager, die Unmüden opfern sich, um mich mit einem Scrabblespiel zu erfreuen. Ein langer Spreissel landet beim finalen Aufstehen von der Bank in Karins Fuß, aua.

Samstag:

Die Sonne scheint. „Wenn Engel reisen...“ (Zitat Stefan).

Schon um 6 klingeln die Wecker, denn heute ist Abmarsch um 7 geplant. Etwas verkatert treffen wir nacheinander im Kellerraum ein, mümmeln an unserem Früchtebrot herum und einige bringen flugs die Hütte in Ordnung. Beim Aufbruch springt gleich hinter der Hütte eine Gemse über den Weg und zeigt uns den Weg bergauf. Über Almen kommen wir an dem Startpunkt der für die meisten letzten Herausforderung an: 800 m bergauf und möglichst pausenlos. Das Tal ist wunderschön, aber der Pass weit und die Wiese steil wie eine Skipiste. Auch hier treffen, wie gewohnt, nacheinander alle acht ein. Oben Pause: Auf dem letzten Pass werden die letzten Krümel Schüttelbrot aus den Beuteln geschüttelt und vertilgt. Gesättigt starten wir den seichteren Abstieg. Einheimische an einer Jagdhütte erzählen von winterlichen Schneestürmen, im Tal sehen wir noch deren Spuren: schmuddelige Schneefelderreste. Braune Schmetterlingsschwärme begleiten uns, aber das Tal ist lang, sehr lang. Als wir schließlich am Abzweig zur Inntalhängebrücke – nur ein halbes Stündchen mehr – ankommen, sind selbst die Unermüdlichen müde und so wählen wir den schnelleren Weg über die steinerne Brücke nach Ardez, das schon bald in unserem Blickfeld erscheint. Dort angekommen werden erst mal die Autos gelüftet und die Wandersocken nach einer Woche Hochleistungswandern auf dem heißen Asphalt getrocknet.

Nun heißt es Abschied nehmen, denn Till startet zur zweiten Runde, der Vorbereitungstour für den 3. Abschnitt nächstes Jahr, die mit schlappen 1.400 m Aufstieg beginnt.

Der Rest ist froh, ein paar PS unterm Hintern zu haben und so fahren wir, in den hinteren Reihen daddelnd und dösend, in den vorderen Reihen den wichtigen Themen der Welt im Radio lauschend, führungslos Bregenz entgegen, wo wir in einem coolen B&B im 70er Jahre Stil einfallen, die Brauereigaststätte bei einsetzendem Gewitter heimsuchen und schließlich noch den Tag und die Tour bei einem trockenen Seespaziergang mit Klängen einer Probe von Carmen in der Seebühne begleitet, ausklingen lassen.

Sonntag:

Es regnet.

Vielen, vielen Dank Till, es war eine tolle Tour!!!!!!!


Höhen- und Klammwanderung im Nördlichen Hunsrück vom 01.-02.07.2017

Schon bei den Nachfragen zur Anmeldung  für das Wanderwochenende im Hunsrück machte sich bemerkbar, dass so mancher, wie auch ich vor meinem „Ersten Mal“, erst gar nicht so recht wusste, wo liegt das überhaupt und ist es lohnenswert dort zu wandern.

Und es sollte spannend bleiben bis zum Schluss.

Am Samstagmorgen  machten sich dann drei Fahrzeuge auf den Weg zum vereinbarten Wanderparkplatz. Dort angekommen eröffneten  zwei Teilnehmer dass sie, wegen der angekündigten 97% Regen, Plan B im Gepäck hätten. Sprich anstatt der Regenhosen Badehosen, um den Tag in der Sauna zu verbringen. Was natürlich, weil Geburtstagsgeschenk, ganz legitim war.

Für Plan A blieben noch 6 Wanderer übrig, die ganz Walk-On-like „ das Wetter spielt keine Rolle Hauptsache der Weg ist schön“ mit Regenhose, -Jacke und Schirm gewappnet losmarschierten.

Auf schmalem Pfad führte der erste Anstieg vorbei an Schloss Schöneck, auf dem Saar-Hunsrück-Steig hinauf zur Schwedenschanze. Und siehe da, der Himmel blieb zwar grau, aber der Regenschirm konnte seinen Dienst erstmal einstellen.

So hatten wir auf der Höhe angekommen, freie Sicht in die Ferne und konnten ungefähr erahnen wo sich die Mosel, die wir gegen Mittag erreichen wollten, befindet.

Nach abwechslungsreichen Wegen, mal durch Wald, vorbei an Feldern und Wiesen, verließen wir alsbald den Steig um dem Bergschluchtenpfad,  entlang des quirligen Brodenbachs hinunter in den gleichnamigen Ort Brodenbach an der Mosel, zu folgen. Dort beschlossen wir dann auf einen erneuten Anstieg, um die Moselschleifen von oben zu sehen, zu verzichten und strebten gleich unserem Ziel für die Mittagsrast, der historischen Mühle Vogelsang, entgegen. Jetzt entledigten sich auch die Letzten ihrer Regenhosen und alle genossen bei Kaffee, Kuchen, Suppe und Co. den gemütlichen Gastraum, den wir ganz für uns alleine hatten und beobachteten durch die Fenster den letzten Regenschauer des Tages.

Frisch gestärkt  führte uns der weitere Weg durch das beschauliche Ehrenburger Tal mit hübschen Fachwerkhäusern vorbei an historischer Apfelmühle hinauf zur imposanten Ehrenburg. Gerne hätten wir dort den Turm bestiegen um die Aussicht zu genießen, was aber wegen einer Hochzeitsgesellschaft nicht möglich war.

So ging`s gleich weiter auf steilem Pfad hinunter an den Ehrbach vorbei an Linkemühle und Brandgrabenmühle.
Kurz vor der Eckmühle, dem Einstieg in die Ehrbachklamm, luden  zur Freude aller  hunderte leckere Vitaminbomben in Form von Himbeeren zum Naschen ein.

Munter kletterten wir dann über Felsen und Brücken, begleitet von unzähligen Wasserspielen und Fotomotiven durch die Klamm und weiter  am Ehrbach fast bis zur Quelle, zurück zu den Autos.

Die Fahrt zur Schmausemühle unserem Übernachtungsquartier über die Hunsrückhöhenstraße bescherte uns nochmals einen schönen Fernblick.

Angesichts der einsam gelegenen  Schmausemühle mit übervollem Parkplatz und romantischem Bauerngarten könnte man denken, der Augen- und Gaumenschmaus welcher den Gast hier erwartet, wäre Namensgeber gewesen.                               Der stammt jedoch von einem Müller, der die ehemalige Kornmühle früher betrieb.

Erfrischt und ausgeruht lockten uns am frühen Abend die wunderbaren Klänge des Jagdhorns unseres Neu-Walk-On´lers aus Idar-Oberstein nach draußen.

Ja inzwischen hat es sich schon weit herumgesprochen, dass es Spaß macht mit Walk-On zu wandern.

Pünktlich zum Abendessen trafen dann auch die Saunagänger ein und vereint durften wir dem Augen- und Gaumenschmaus von Varianten frisch gefangener Forelle, verschiedenster Fleischgerichte, sämtlich dekoriert mit essbaren Blüten und begleitet von Winninger Riesling und Bopparder Hamm frönen.

Nach erholsamer Nacht und leckerem Frühstück, nebst Rührei für alle, was keine Wünsche offen ließ, waren schnell die Rucksäcke gepackt und alle waren startklar. Da ertönte auch schon das Jagdhorn zum Aufbruch, worauf sich prompt aus dem Wald ein Reh mit lautem bööööööööh beschwerte.

Heute waren alle neune für Plan A, nämlich die Traumschleife Baybachklamm  zu erwandern.

Wieder ging`s wie schon am Vortag über schmale Pfade mit Felskontakt, diesmal am Baybach entlang, hinauf auf die Höhe mit schönen Aussichtspunkten von Felsklippen, Waldrand und Feldern über abwechslungsreiche Wege.                         In der Hälfte der Tour musste dann doch nochmal Plan B aufgerufen werden, aber diesmal wegen des Wunsches oder Verpflichtung das Heinerfest mit einem Konzert zu bereichern. Leider verpassten die beiden dadurch die vom Neu-Walk-On´ler mitgebrachte Einstandsüberraschung in Form von selbsthergestellten geräucherten Knackern von einem selbsterlegten Wildschwein.

Das ist jetzt aber wirklich nicht mehr zu toppen.

Noch nicht des Wanderns müde hängten wir noch einen Schlenker zur Burgruine Waldeck an und folgten dem Steig mit erneuten kleinen Klettereinlagen  vorbei an hohen Felsformationen mit Schieferhöhlen, die Fledermäusen als Unterschlupf dienen, zurück zur Schmausemühle.

Zum letzten Mal nahmen wir am Walk-On-Stammtisch Platz um uns das Abschiednehmen mit frisch gebackenem Kuchen, Cappuccino und Espresso zu versüßen.

Am Ende waren sich alle einig, es ist lohnenswert im Hunsrück mit seinem abwechslungsreichen und gut beschilderten Steig nebst etlichen Traumschleifen zu wandern.

Selbst auf der Heimfahrt ließ uns der Saar-Hunsrück-Steig noch nicht ruhen und so wurden schon neue Pläne für das kommende Jahr geschmiedet.

Dann werden wir uns vielleicht in der Region des Neu-Walk-On´lers  ganz nach Hunsrückmanier mit einem Jou begrüßen.

Pfingsten unterwegs auf dem Nibelungensteig

Pfingsten auf dem Nibelungensteig

Die schon lang vor Weihnachten geplante Tour soll nun endlich Wirklichkeit werden.

Im Zug kommt nach und nach die ganze Truppe zusammen, ein Mann und 5 Mädels, die den Odenwald von Erbach bis Miltenberg durchqueren wollen.

Die Wetteraussichten mäßig, aber was schreckt schon einen Walk-onler!

Nach einem guten Cappuccino an Erbachs Bahnhofscafe geht es auf Schuster Rappen weiter: Unter dem Himmbächel-Viadukt hindurch, über Wiesen, durch Wälder, vorbei am Ebersberger Felsenmeer, das unserem ersten und einzigen Gruppenselfie einen malerischen Hintergrund bietet, und dann weiter nach Schöllenbach, einem Zwitterort, teils hessisch, teils badisch.

Hier treten wir vor der romantischen Kirche Wasser, bevor wir den letzten Schlussanstieg in Form des Kirchwegs hinauf nach Hesseneck-Hesselbach bewältigen.

Nachdem Buchungsmissverständnisse geklärt werden können, genießen alle die tollen Unterkünfte und das herrliche Panorama. Das Abendessen im Grünen Baum ist hervorragend und so langsam lichtet sich das Geheimnis der gemeinsamen Herkunft unserer Wanderfreunde aus der Vordereifel.

Am Abend brechen die schon für den Nachmittag angekündigten Gewitter los, es regnet die ganze Nacht durch und vergemütlicht am nächsten Morgen das ohnehin leckere Frühstück.

Nun die Gretchenfrage des Abmarsches: 9 Uhr ist nicht mehr zu schaffen; aus dem festgesetzten akademischen Viertel wird eine chillige halbe Stunde und der Regen hört auf.

Ein kurzer Blick auf die fast unkenntlichen Reste des Römerkastells Hesselbach, schon betritt man nach einem kurzen Gruß des Heuhochzeitspaares – Hochzeit, das Themas, der frischgebackenen Braut- und Schwiegermutter -  dampfende Wälder. Der Weg führt uns nach Bayern in die Jagdgründe eines beeindruckenden, von wildschweindurchwühlten Wiesen umsäumten Schlosses, danach durchqueren wir das verlassene Dorf Breitenbach, Weinbergschnecken bieten sich uns zum Sammeln an.

Aber schon erwartet uns das nächste Highlight in Form eines Kirchweihfestes in Ottorfszell, wo uns eine trachtengeschmückte Blaskapelle aufspielt und uns von fröhlichen Einheimischen die köstlichsten Torten und Kuchen angeboten werden, jedes Stück ein Kunstwerk für sich. Gut gesättigt folgen wir Kreuzwegen und Bildstöcken – Bayern pur - und man muss es den Bayern lassen, für ihre Gärten haben sie wirklich den grüneren Daumen … und das alles fast nur für uns!!

Am Nachmittag  erreichen wir die Ruine der Stauferfestung Wildenburg oder chateau sauvage, wo wir erstmals auf einige Mitwanderer in Form einer belgischen Reisegruppe stoßen. Wir erkunden die baufälligen Mauern und dunklen Kerkerlöcher mit echtunechtem Skelett uaaahhh.

Ein freiwilliger Feuerwehrmann erbarmt sich unser für ein Gruppenbild.

Und, fast vergaß ich, Barbara findet ihr erstes vierblättriges Kleeblatt.

Auf abwechslungsreichen Wegen geht es weiter, auf teils steilen Pfaden bergauf und bergab bis wir schließlich in Amorbach unser Schlafwagenhotel erreichen, auf das alle schon ganz gespannt sind. Echt eng, aber auch echt kuschelig sind die Abteile. Der Hunger lockt uns schon bald ins Bahnhofsrestaurant, wo noch voll die Dreiklassengesellschaft herrscht. Wir wagen den gesellschaftlichen Aufstieg und runden den erlebnisreichen Tag mit Quittenlikör und improvisierter Gangparty ab, das alles im Originalsonderzug nach Pankow von Udo.
Am nächsten Morgen die Gretchenfrage Teil 2: Kann unser Mann angesichts seiner schmerzenden Blasen noch mitwandern. Die Damen becircen ihn und – juhu – er lässt sich darauf ein.

Amorbach ist ein wirklich schönes Städtchen, auch wenn die berühmte Abtei noch verschlossen bleibt, dafür Kunstwerke aus bunten Feinstrumpfhosen am Wegesrand.

Der nächste schweißtreibende Anstieg wartet auf uns; belohnt werden wir mit dem 360 Grad Rundumblick oder Siebentälerblick von der Kirchenruine auf dem Gotthardsberg aus. Weiter durch idyllische Landschaft - Fotomotive überall - gelangen wir zum nächsten kulturellen Highlight, dem Keltenwall. Der Abstieg führt uns in die Zivilisation zurück und beschert Barbara und Katharina, unseren Glückspilzen weitere Glücksklees. Kaum haben wir uns versehen, stehen wir schon auf der Miltenburg und, da dort das Cafe schon voll ist, auf dem Marktplatz.

Jetzt heißt es statt stehen lieber hinsetzen, den besten „Cafe in town“ zu genießen, noch schnell ein paar Mitbringsel zu besorgen, darunter Quasselente Anton, und schon hasten wir über den Main zum Zug. Alle sind sich einig, wage ich zu behaupten, es ist und war eine wirklich gelungene Tour, die uns den Alltag vergessen ließ.

Danke Birgit!   

14.05.2017 Rund um die "Weiße Rübe"

Es war Muttertag und 31,5 Wanderer kamen (0,5 weil Kind in Kraxe!!!), das war ein Rekord und es gab Blumen für die Mütter.

Stefan und Rolf haben für heute eine tolle Runde mit viel Aussicht um die "Weiße Rübe", wie die Veste Otzberg auch im Volksmund genannt wird, vorbereitet und bei schönem Frühlingswetter sind wir mit Wandernachwuchs auf dem Rücken von Carsten in Lengfeld am Bahnhof gestartet. Im Uhrzeigersinn und mit ein paar Schlenkern und Bögen haben wir den Otzberg nahezu umrundet und am Nachmittag oben auf der Veste unsere Schlussrast, zunächst bei herrlich warmer Sonne, genossen. Der Wirt vom Burgcafe kam ordentlich ins Schwitzen, als wir mit 29 Wanderern die kleine Theke um Kaffee, Kuchen (der übrigens richtig lecker war), alkfreies Bier und Erfrischungsgetränke erleichterten. Da haben wir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 

Es zeigte sich, dass Petrus ein Walk-On'ler ist, denn er hat uns eine kleine Wolkenlücke freigehalten, unter der wir noch trockenen Fußes zu den Autos nach Lengfeld zurückkamen, wo ringsum schon unter dicken schwarzen Wolken die Regenfahnen und Blitze zu sehen und Donner zu hören waren.

Es war eine gelungene und schöne Runde mit ca. 24 km, vielen Dank an unsere beiden Organisatoren.

23.04.2017 Frühlingsrunde in den Rheingauhängen

Heute sind trotz weiterer Anreise wieder fast 30 Wanderer am Start gewesen.
Till hat eine tolle Runde durch die Rheingauhänge vorbereitet und bei schöner Sonne war es wieder eine Wanderung wie man sie sich erhofft. 

Einen genaueren Bericht liefert vielleicht noch einer der Mitwanderer für unsere Webseite. 

12.03.2017 St. Jost Pilgerweg um das Fischbachtal

Vollmond sei Dank kam zum Wochenende die ersehnte Wetteränderung und so machte der Sonntag seinem Namen alle Ehre.

Gut gelaunt begaben sich 26 Wanderer auf den Weg des St. Jost rund um das Fischbachtal, der auch als Pilgerweg benannt und genutzt wird.

Startpunkt war der Parkplatz Riedbusch in Lichtenberg. Immer dem J 1 folgend, ging es erstmal zum Schloss, dann hinunter nach Niedernhausen, über die St. Jost-Ruine hinauf zu den zwölf Aposteln mit schöner Aussicht, weiter über den Rimdidim zur Neunkirchner Höhe. Am Kaiserturm konnten wir dann endlich, in der Sonne sitzend, unsere Rucksäcke erleichtern. Frisch gestärkt nahmen wir die letzten 10 Kilometer, nicht wie erhofft nur noch bergab, ein bisschen ging es auch noch bergauf, durch Neunkirchen, Lützelbach, über den Ringwall Heuneburg zurück nach Lichtenberg.
Hier endete unsere 23 km lange Runde mit dem Resümee, ein schöner Weg, mal auf schmalen Pfaden, mal auf breiteren Wegen und die Bäckchen hat natürlich die Märzensonne rot gefärbt.

12.02.2017 Große Wegscheidrunde durch das Jagdgebiet der Nibelungen

Für diese Wanderung hat Jörg eine Tour mit 28 km und 950 HM angekündigt, also schon recht ambitionierte Anforderungen. Doch wer meinte, dass dies für eine eher kleine Wandererschar sorgt, sah sich schwer im Irrtum. 27 gut gelaunte Walk-On'ler, darunter auch ein paar neue Gesichter und einige junge Wiederholungstäter, sowie ein U30er ergänzten unsere Gruppe. Das freut uns sehr.

Start und Ziel war in Ober-Ostern und bei herrlichem Sonnenschein, der sich durch den Morgendunst gekämpft hat, erlebten wir einen tollen Wandertag. Jörg hat bei seiner Runde wieder alles im Repertoire gehabt. Breite Wege, schmale Pfade, ein paar Querfeldein-Passagen, eine sagenumwobene Quelle und eine eher verwunschen scheinende Quelle, Baumhindernisse, Weidezäune, eine Kapelle, sportliches Bergauf und Bergab machten die Runde sehr kurzweilig und abwechslungsreich. Schließlich ist bei unseren Touren stets der Weg das Ziel.

Hier nun Jörgs Tourenbericht für Euch.

Große Wegscheid-Runde war das Motto.

An der Wegscheide bei dem Kahlberg kreuzen Ost-West und Süd-Nord Verkehrswege. Außerdem münden die Gewässer aus dem Gebiet das wir durchstreiften in die 3 Haupttäler des nördlichen Odenwaldes: Weschnitz-,  Gersprenz- und Mümlingtal.

Wir umkreisten also so etwas wie einen geografischen Odenwälder Mittelpunkt.

Der Wettergott war mal wieder gnädig. Die Luft war nicht zu kalt, mal windig, zum Nachmittag wurde es sonnig. So gab es interessante Lichtspiele im Wald und Vögel pfiffen ihr erstes Frühlingslied.  An manchen Stellen lag noch Schnee, und bei unserer Mittagsrast konnten wir  uns auf einer sonnigen Lichtung auf der Wiese breitmachen.

Start war bei dem Gasthof Ostertal. Zunächst liefen wir stramm bergauf zum Nibelungensteig. Dem folgten wir auf der Route über Weschnitz –Walburgiskapelle – Cafe Bauer – Grasellenbach zur Siegfriedquelle. Die vielen Cafés ignorierten wir und machten Rucksackrast an der Quelle.

Von hier bis Ober-Hiltersklingen waren die Wege vielfältig. Holzrückewege erschlossen wenig begangene Pfade und der Anteil an Forststraßen wurde minimiert. Ein Teil der Gruppe machte einen Abstecher zum einsamen Weißfraubrunnen. Und nach der Mittagsrast auf der schon erwähnten Lichtung gab es eine kleine Expedition durch den Wald und über Weiden runter in den Ort.

Weiter führte der Weg längs eines sonnigen Waldrandes oberhalb des Streitbachtals, dann durch Tannenwald zu einem alten Grenzweg hoch zur Lärmfeuerhütte.  Der Rest der Wanderung bestand aus einem direkten Abstieg über schmale Pfade runter nach Erzbach und rüber nach Ober-Ostern zu unserem Ausgangspunkt.

Da die Gaststätten im Ostertal geschlossen oder überfüllt waren gab es dann den wohlverdienten Abschluss in der Zirbenstube, mit Kachelofen, bei Kuchen und Kochkäs im Hotel Berghof in Erzbach. 

28.01.-29.01.2017 Samstagswanderung mit Hüttenübernachtung und Kesselgulasch in Heubach

Remo hat zu einer Samstagswanderung mit Start in  Heubach am DAV-Heubachhaus eingeladen. 10 Wanderer haben sich dieses Event mit anschließendem Kesselgulasch und Lagerfeuer draußen, sowie einer urgemütlichen Hüttenübernachtung nicht entgehen lassen.

Am Samstag, den 28.01.2017 trafen sich um 10.00 Uhr bei guter Wetterlage (kühl aber ohne Regen) 8 unerschrockene Walk-Onler zum gemeinsamen Wandern mit anschließender Hüttenübernachtung im Heubacher Haus. Nach dem Verräumen der diversen Lebensmittel für Abendessen und Frühstück und der Übernachtungsutensilien wurde die Wanderung direkt von der Hütte aus in Richtung „Breuberg“ angegangen. Unterwegs wurde viel gelacht und getrascht und dabei kam der eigentliche Weg etwas unter die Räder! Aber nichts desto trotz (so kennt man die WalkOnler) ließ sich die Truppe nicht den Spaß verderben (sieht man an den Schneebildern). Nach gelungenem und verschlungenem Marsch kehrten alle wohlbehalten wieder zur Heubachhütte zurück. Gleich darauf wurde flugs das von Remo extra hierfür vorbereitete Abendessen auf dem Lagerfeuerplatz erhitzt. Die Außentemperatur war noch ausreichend und das Lagerfeuer tat sein Übriges dazu. Nach dem tollen Abendessen (großer Dank an Remo) gingen alle in den gut aufgeheizten „Aufenthaltsraum“ mit Kachelofenromantik zum Klönen und anschließender Diashow. Kurz zuvor gab es noch Zuwachs von Anne und Antje. Die Diashow startete Roland mit Informationen über seine DAV-Wandertour aus dem Jahr 2012 von der Insel „La Reunion“ (Eine Insel mit 2-Bergen). Nach dem tropisch feuchten und vulkanischen Ausflug ging es anschließend mit dem Hauptvortrag von Steffen über seine und Karins „Nepalreise 2016“ mit vielen beeindruckenden Bildern (kalt und felsig) weiter.

Nach diesem ergiebigen Dia-Abend ging es feucht fröhlich in den späten Abend und dann in die Bettruhe hinein. Am nächsten Morgen gab es dann ein vielfältiges und kräftiges Frühstück und danach wurde die Hütte gemeinsam geputzt und geräumt. Man verabschiedete sich mit dem Resümee: gerne wieder in Heubach zu übernachten und zu Wandern bzw. zu Klettern.

 

 

 

09.01.2017 Main-Stromberg-Weg einmal anders herum

Zur ersten Wanderung in 2017 hat Astrid den Main-Stromberg-Weg von Roßdorf nach Dreieichenhain, also quasi rückwärts, mit den Walk-On'lern unter die Sohle genommen. Start war in Roßdorf am Parkplatz Jugendhof, wo sich eine Gruppe von 19 Wanderern, darunter auch wieder ein paar neue Wanderbegeisterte, zu dieser winterlichen Tour getroffen hat. Vorbei an der Menhir-Anlage und über die Scheftheimer Wiesen führte der Weg zum Forsthaus Einsiedel, entlang der Grube Messel weiter durch den Koberstädter Wald bei Egelsbach schließlich nach Dreieichenhain. Bei der Mittagsrast konnte Ingrid an der Koberstädter Hütte im Unterholz noch ein ganz seltenes und äußerst kampfstarkes rundliches Pokemon fangen und damit ihren Score ordentlich aufpolieren. Ansonsten war heißer Tee bei den winterlichen Temperaturen sehr gefragt und die Trinkpausen waren wichtig.

Angetrieben durch die frische und kalte Winterluft war der Wanderschritt diesmal recht flott (oder lag es an den fehlenden Höhenmetern???) und der Torbogen in die Altstadt von Dreieichenhain wurde schon um ca. 14.15 Uhr durchschritten.
In einem netten Kaffee fanden wir auch alle Platz um die Zeit mit Kaffee, Kuchen und netten Gesprächen bis zur Abfahrt des Zuges nach Dieburg zu nutzen.
Beim Wandern ist die Gruppe routiniert, das Zugfahren war neu und das Vertrauen in die von Astrid ausgeknobelte Zug- und Busverbindung zurück nach Roßdorf noch etwas ungewohnt. Aber schließlich wurde auch die Challenge des Gruppenkartenkaufs am Automat rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges erfolgreich bewältigt.

Es war eine schöne Winterwanderung, bei der auch Petrus mitgespielt hat, denn wir wandern ja bekanntlich bei  j e d e m  Wetter.