Page 171 - Heft-1_2017
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Pilgerherberge in einem Gewölbekeller in Sivizzano
Die Überschreitung erfolgte dann leider zum Teil im Bus, weil sehr schlechtes Wetter war und der Wanderweg noch im Schnee versank.
In Pavia wurden dann alle warmen Kleidungsstücke aus dem Rucksack genommen, in ein Paket gepackt und nach Deutschland zurückgeschickt. Ab jetzt wanderten sie mit um 4 kg leichterem Gepäck.
Überwältigt waren sie beim Weitermarsch von der Gast- freundschaft der Italiener. Das Wort „Pellegrini“ (Pilger) in Verbindung mit dem Stempelbuch öffnete oft Herzen und auch Türen. Es gab Essensgeschenke, Einkaufsrabatte, verbil- ligte oder kostenlose Übernachtungs-möglichkeiten. Einfach unglaublich! Das zeigte sich auch in einem besonderen Erleb- nis in Oriolitta am Po. Im letzten Quartier davor hatte man im Pilgerausweis gelesen, dass Walter am 5. Juni seinen 65. Geburtstag feiert. Das wurde telefonisch weiter übermittelt und deshalb erwarteten ihn morgens beim Frühstück ein Kuchen und die Glückwünsche des Gastgebers. Walter war platt.
Zu schaffen machte ihnen jetzt die große Hitze von bis zu 35 Grad im Schatten. Deshalb brachen sie morgens möglichst schon um 4 Uhr auf und vermieden dadurch die Mittagshitze. Zum Glück gab es überall Brunnen mit Trinkwasserqualität, an denen sie ihre Flaschen auffüllen konnten. Der positive Nebeneffekt war, dass Walter auf der Tour insgesamt 8 kg
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