Page 170 - Heft-1_2017
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Vitaminstoss für Pilger
Lausanne am Genfer See und dann auf dem „Via Francigena“ über den Gro- ßen St. Bernhard nach Ita- lien in das Aostatal, anschließend durch Pie- mont, Lombardei, Emilia Romagna, Toskana und Latium bis nach Rom.
Parallel dazu begann er mit der körperlichen Vor- bereitung. Fünfmal in der Woche machte er 45 Minuten Nordic Walking, radelte dann von Messel nach Darmstadt,
schwamm im Nordbad 1.500 m und radelte zurück. Außer- dem unternahm er jeden Sonntag eine längere Wanderung von 20 km und mehr. Das zahlte sich später unterwegs aus, es gab auf der ganzen Tour keine konditionellen Probleme.
In den Rucksack kam nur das Notwendigste. Walter packte vorwiegend Funktionskleidung ein und ging davon aus, dass sie unterwegs in den kirchlichen, kommunalen und privaten Quartieren regelmäßig waschen konnten. Das Gewicht sollte einschließlich der täglichen Verpflegung die 10 kg nicht überschreiten.
Am Sonntag, dem 9. April, ging es dann endlich los. Alles lief zunächst nach Plan. Am 3. Tag passierte es dann in der Nähe von Heidelberg: Muskelfaserriss in der Wade. Der Arzt ver- ordnete eine mindestens dreiwöchige Ruhepause, um die Verletzung richtig auszukurieren. Mancher hätte da jetzt vielleicht sein Schicksal beklagt und das Handtuch geworfen. Das kam für Walter keine Sekunde in Betracht. Er entschied: Auskurieren und dann dort weiterwandern, wo man ohne die Unterbrechung laut Plan etwa wäre. Das war dann am 18. Mai in Fribourg in der Schweiz. Dadurch verkürzte sich die ursprüngliche Streckenlänge auf 1.300 km.
Walter und Michael wanderten zunächst auf der geplanten Route zum Genfer See und dann weiter auf dem Via Franci- gena in Richtung Großer Sankt Bernhard.
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