Page 154 - Heft-1_2017
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eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Weit vorne rechts die Marmolada in weiss, davor der Fedaia-Stausee, rings herum blütenreiche Bergwiesen – Günter musste ständig die Namen der bei uns nicht vorkommenden Arten nennen.
Am See trennten wir uns: Einige wollten trotz des aufzie- henden Regens das lange Stück bis zur nächsten Unterkunft (Rifugio Falier, 2074 m) laufen. Die drei Bequemeren nah- men den Bus bis Malga Ciapela (1435 m) und wanderten von dort durch das wunderschöne Ombrettatal an der Südwest- seite der Marmolada entlang. Als es gewitterte fand dieser Teil der Gruppe Unterschlupf in einer Käserei. Auf 6 qm Ladenfläche standen sich drei Deutsche und acht Italiener auf den Füssen und futterten und tranken die kleine Karte hoch und runter. Die Stimmung war prima. Aber nass wurde man später doch noch. Nachts gab es viele Gewitter und leichten Schneefall.
Am nächsten Mittag auf dem Passo Ombrettola (2864 m) begann die große Suche. Die allem Anschein nach ohnehin schlechten Wegmarkierungen waren vom Schnee verdeckt. Eigentlich wollten wir über den Cirelle-Pass zum Passo Pelle- grino, mussten aber über dieselbe Geröllstrecke, über die wir gekommen waren, wieder absteigen. Nach einer unverhoff- ten zweiten Nacht im Rifugio Falier wanderten wir auf dem Weg von vor zwei Tagen zurück nach Malga Ciapela.
Mit dem Bus fuhren wir wieder Richtung Fedaia-See, dann Aufstieg auf rund 2500 m zur Porta Vescovo und über einen Teil des von uns in dieser Woche schon begangenen Höhen- wegs zur Viel Dal Pan-Hütte.
Am Abreisetag kamen wir noch mal am Belvedere-Gebiet vorbei (die Discomusik unserer einstigen Unterkunft schallte schon früh am Tag, beim Anblick des Wirts dachte man wie- der an John Travolta) und weiter ging es per Bus nach St. Christina, wo die Autos standen. Das war´s: etwas turbu- lent, nicht so nass wie befürchtet, sogar oft sonnig, durch die verkürzte Strecke nicht allzu anstrengend. Ein dickes Lob und Dank an Jürgen, der uns sicher und umsichtig durch diese Woche navigiert hat. Wir konnten die Schönheit der Dolomiten genießen und hatten in der Gruppe viel Spaß. Was will man mehr?
Gudrun Leichtlein
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