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Walk-On Zugspitztour 13.07.-17.07.2016
Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes: ab Mittwoch, dem Tag unserer Abreise war für die Zugspitze ein Wetter- umschwung vorausgesagt: - 6 Grad und starker Schneefall; aber da keiner absagte, blieb es dabei: 5 Uhr Abfahrt, aber wohlweißlich warme Sachen im Rucksack.
Darmstadt hatten wir im Sonnenschein verlassen, aber am Eibsee hatte es sich schon zugezogen.
Wir, ein Mann, Ulrich, mit 3 „Mädels“, Regine, Christine und Astrid, trafen dort auf unseren Wandergenossen und Erst-Hüttentourer Kurt. Die Männer – klar – kümmerten sich um die Autos und wir bewachten das Gepäck.
Gleich zu Beginn war der erste Pfad, der Abzweig vom Eib- see Richtung Aufstieg, nicht so leicht zu finden, aber quer- feldein bergauf schoss bald das Pfadfinderblut in unser aller Adern ein und wir gelangten auf geplantem Weg. Höhenme- ter um Höhenmeter, ein Stück Skipiste hinauf, passierten wir schon bald die Grenze nach Österreich und näherten uns auf schmalem Pfad bei einsetzenden Regen unserem Tagesziel, der Wiener-Neustädter-Hütte. Dort saßen schon drei ver- frorene, in Decken gehüllte Gestalten, ihre nassen Sachen zum Trocknen aufgehängt am lauwarmen Kachelofen, die sich, als der Regen anfing in Schneegraupel überzugehen, an den nass-kalten Abstieg machten.
Unser Wirt, der sich alle Mühe gab, uns, seinen einzigen Gästen, einen schönen Abend zu verschaffen, legte ordent- lich nach, so dass sich der Kachelofen langsam erwärmte, kredenzte uns ein leckeres Essen und sang mit uns das Best- off des Hüttensongbuchs rauf und runter, untermalt von sei- nen Gitarrenklängen.
Sobald es wieder hell wurde, zeigte sich die ganze Wahrheit: mitten im Hochsommer mehrere Zentimeter Schnee. Und so wurde schnell Plan A, der Klettersteig auf die Zugspitze, ad acta gelegt und wir stiegen mit Schirmen bewaffnet durch den Schnee Richtung Talstation der Zugspitzgondelbahn ab. Wir waren froh, wieder an der frischen Luft zu sein, denn das Plumpsklo hatte dieser Hütte so ihren eigenen Odeur verliehen. Nach vielen Serpentinen erreichten wir in unter- schiedlichen Durchnässungsstufen unser Ziel. Der Blick auf die Kamera an der Bergstation mitten in:s Schneegestöber und auf die dort herrschende Außentemperatur – 4 Grad
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